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		<title>Claudia Duhonj-Gabersek: Die Nebelhexe Gisela</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 11:03:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kindergeschichten als eBook Als eBook bei Amazon erhältlich. Für Amazon Kindle, für PC, iPhone, iPod, Android, Smartphone &#8230; Claudia Duhonj-Gabersek Die Nebelhexe Gisela Illustrationen von Heike Schmidt Amazon Kindle Edition ASIN: B00556O69A Die Nebelhexe Gisela und ihr Kater nehmen kleine, aber auch große Leser mit auf die Reise ins Nebelland Immerda. Mit ihren lustigen Streichen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichte.wordpress.com&amp;blog=3199525&amp;post=114&amp;subd=kindergeschichte&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_113" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B00556O69A/lepro-21"><img src="http://kindergeschichte.files.wordpress.com/2011/06/nebelhexe-240.jpg?w=200&#038;h=240" alt="Claudia Duhonj-Gabersek: Die Nebelhexe Gisela" title="Claudia Duhonj-Gabersek: Die Nebelhexe Gisela" width="200" height="240" class="size-full wp-image-113" /></a><p class="wp-caption-text">Claudia Duhonj-Gabersek: Die Nebelhexe Gisela</p></div><strong>Kindergeschichten als eBook</strong></p>
<p>Als eBook bei Amazon erhältlich. Für Amazon Kindle, für PC, iPhone, iPod, Android, Smartphone &#8230;</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B00556O69A/lepro-21">Claudia Duhonj-Gabersek<br />
Die Nebelhexe Gisela</a><br />
Illustrationen von Heike Schmidt<br />
Amazon Kindle Edition<br />
ASIN: B00556O69A</p>
<div style="clear:all;">
Die Nebelhexe Gisela und ihr Kater nehmen kleine, aber auch große Leser mit auf die Reise ins Nebelland Immerda. Mit ihren lustigen Streichen bringt Gisela alle zum Lachen. Sie ist eine gutmütige und hilfsbereite Hexe, die manchmal allzu menschliche Züge zeigt. Aber wehe, jemand versucht, einen ihrer großen Kürbisse zu stehlen! Dann kann Gisela ungemütlich werden und setzt ihre Zauberkräfte ein &#8230; </div>
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<p>***</p>
<p>Und so fängt die Geschichte an:</p>
<p><strong>Kaptel 1: Gisela</strong></p>
<p>Im Lande Immerda lebt die kleine Nebelhexe Gisela. Warum das Land Immerda heißt? Ihr werdet es erraten: Es war schon immer da, und es wird wohl auch immer da sein, wenn Gisela nicht mal wieder auf dumme Gedanken kommt, so wie in der Geschichte, die ich euch heute erzählen möchte. Gisela ist ja nicht so begeistert, dass die ganze Sache rauskommt. Und so hoffe ich, sie nimmt es mir nicht allzu übel, wenn ich’s euch erzähle. Sonst verwandelt sie mich noch in eine hässliche Kröte, und ich muss in ihrem Teich schwimmen, pfui! Weil ich euch jetzt verrate, was sie angestellt hat und wie sie fast den Weltenlauf durcheinanderbrachte mit ihrem Unsinn. Und selber eine nicht so gute Figur &#8230; aber nein, nun mal der Reihe nach &#8230;</p>
<p>&#8230; also, die Sache ist so: Es ist ein schöner, warmer Herbsttag. Das hört eigentlich jeder gerne, und auch ein jeder macht es sich gemütlich, lässt die Beine baumeln und die Sonne ins Gesicht scheinen. Bevor die kalten Tage kommen. Jeder. Nur nicht Gisela, denn sie ist eine kleine Nebelhexe, und ohne eine kräftige, dicke Nebelsuppe kann sie sich nicht in die Lüfte erheben. Da kann sie den Besen am Hintern festbinden, wenn kein Nebel da ist, ist nichts mit Fliegen.<br />
Gisela wohnt in einem kleinen Haus, umgeben von Feldern und dem berühmten Krötenteich, in den sie schon manchen reingezaubert hat, der ihr in die Quere kam.<br />
Eigentlich ist sie keine böse Hexe, aber wenn jemand ihre Kürbisse klaut oder ihre Kräuter ausreißt, versteht sie keinen Spaß. Wehe dem, den sie dabei erwischt. Zwei, drei Sommer Krötenteich sind ihm sicher, bevor sie ihn zurückverwandelt und davonjagt.<br />
Der beste Freund, den Gisela hat, ist ihr Kater Nebelbank. „Russtopf“ oder „Rabenschwarz“ hätte besser zu ihm gepasst. Aber Gisela musste ihn ja „Nebelbank“ rufen, ein Name, den er hasst. Und mit dem sie ihn lächerlich macht bei allen Katzen des Immerda-Landes. Aber Gisela sorgt gut für ihn und hat ihn auch noch nie verhext. Auf ihrer Schulter kann er allerdings nicht sitzen, so klein, wie sie ist, und Nebelbank ist ein besonders großes, fettes Katerexemplar.<br />
Heute aber geht er ihr aus dem Weg, denn Gisela hat fürchterliche Laune. Am Morgen noch hatte sie auf Nebel gehofft, wie so oft in den letzen Wochen. Doch das bisschen Morgendunst hat sich schnell verzogen und seitdem scheint die Sonne.<br />
Gisela schmollt in ihrer Stube und flucht vor sich hin: „Dreimal vermaledeite Sonne, wenn du doch herabfallen würdest in das große Meer und nie wieder scheinen im Leben.“ Eigentlich weiß sie, dass das Blödsinn ist. Denn wie sollten ihre Kürbisse gedeihen und ihr Bilsenkraut und die anderen feinen Sächelchen, so ganz ohne Sonne? Sie greift sich ihre große Kristallkugel, reibt sie vorsichtig blank und hält nach Nebel Ausschau. Doch wie sehr sie die Augen auch verdreht, sie sieht nur Sonnenschein, nichts als Sonnenschein. Da holt sie das alte Nebelhexenbuch, das riesige, schwarze mit den goldenen Lettern und blättert es durch. Kater Nebelbank verzieht sich mit einem kläglichen Miauen in die hinterste Ecke. Er weiß, wenn Gisela zu dem Buche greift, kommt nichts Gutes dabei heraus. Sie findet, was sie gesucht hat und sagt laut den uralten, verbotenen Spruch:</p>
<p>Kommt her, ihr Nebel aller Zeiten,<br />
und deckt die heiße Sonne zu,<br />
ihr sollt die Lüfte mir bereiten,<br />
so dass ich flöge ohne Ruh.</p>
<p>Einen Augenblick ist es ganz still. Kein Vogel pfeift mehr, und selbst die Schaben verkriechen sich. Es wird stockdunkel. Dann hört man ein grässliches Wabern und Schmatzen. Die Tür und das Fenster fliegen auf und die ganze Stube füllt sich mit Nebel. Aus allen Ritzen kriecht er, ein nasser, schwerer, klebriger Nebel, der das Atmen fast unmöglich macht. Giselas Besen aber, der in der Ecke gestanden hat, tanzt mit einem Mal durch die Luft, wirbelt auf die Hexe zu, klemmt sich zwischen ihre Hinterbacken und schiebt sie die Stiegen hinauf. Gisela schreit: „Halt ein, Nebelbesen, ich will ja gar nicht mehr fliegen!“ Doch der Besen treibt sie in die Lüfte, immer höher und höher. Noch nie ist Gisela so hoch geflogen. Dreimal saust sie um den Mond, selbst der ist von der dicken Nebelsuppe umhüllt. Das kleine Hexenherz schlägt ihr bis zum Halse, als sich der Nebel langsam verzieht. Jetzt nähert sie sich endlich wieder der Erde. Unter sich sieht sie ihr kleines Häuschen und kracht auch schon durch die morsche Decke des Klohäuschens. Sie versinkt bis zu den Schultern in der stinkenden Brühe, den Besen immer noch zwischen dem Hintern. „Nebelbank, du Ausgeburt aller Katerhöllen, hol’ mich hier raus!“<br />
Der Kater eilt herbei und zieht seine triefende Herrin mit den Krallen aus dem Klo. Er wagt es nicht, eine Miene zu verziehen, auch wenn seine feine Katernase doch sehr unter dem fürchterlichen Gestank leidet. Gisela holt den Besen aus der Brühe und verbrennt ihn im Ofen. Ihre stinkenden Kleider stopft sie auch gleich hinein und schleppt viele Eimer Wasser, um sich in ihrem hölzernen Zuber ein Bad zu bereiten. Pulver, Salben und getrocknete Kräuter wirft sie ins Badewasser, es knistert und sprudelt, und sie badet lange, um den Gestank loszuwerden. Dann legt sie sich mit heißen Steinen und einem wärmenden Siebenkrauttee ins Bett. „Weißt du, mein guter Kater, eigentlich mag ich gar keinen Nebel, und fliegen tue ich auch nicht gerne.“</p>
<p>Aber, unter uns, psst, sagts nicht weiter! Giselas gute Vorsätze halten nicht lange an. Ihr werdet es ja sehen, wenn ich euch berichte, was sie sonst noch alles so anstellte.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>&#8230; wie die Geschichte weitergeht, erfährst du in dem eBook<br />
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<p>***<br />
Noch mehr <a href="http://www.kurzgeschichten-verlag.de/kindergeschichten/index.html" title="Kindergeschichten">Kindergeschichten online lesen</a>***<br />
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		<title>Martina Decker: Starius, der Sternenjunge</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 07:05:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Starius, der Sternenjunge © Martina Decker Benjamin saß zusammen mit seinem Großvater oben auf dem Traktor und sah gebannt zu, wie der Pflug tiefe Furchen in den Ackerboden zog. Wenn er einmal groß sein würde, wollte er auch Bauer werden! „Machen wir da nachher auch noch die Kartoffeln rein?“, fragte er und sah den Alten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichte.wordpress.com&amp;blog=3199525&amp;post=106&amp;subd=kindergeschichte&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Starius, der Sternenjunge</strong><br />
© Martina Decker</p>
<p>Benjamin saß zusammen mit seinem Großvater oben auf dem Traktor und sah gebannt zu, wie der Pflug tiefe Furchen in den Ackerboden zog.<br />
Wenn er einmal groß sein würde, wollte er auch Bauer werden!<br />
„Machen wir da nachher auch noch die Kartoffeln rein?“, fragte er und sah den Alten mit großen Augen an. Der Großvater schüttelte den Kopf. „Ne ne min Jung’. Is schon spät!“<br />
„Och, schaaade!“ Benjamin war enttäuscht. Morgen früh würde ihn Mama doch schon wieder abholen und bis zum nächsten Wochenende war es noch so lange hin.<br />
„Jede Arbeit hat ihre Zeit.“ brummte der Großvater. „Du darfst nicht so ungeduldig sein! Schau…“ Er deutete mit dem Zeigefinger auf einen blass leuchtenden Punkt am Himmel. „Da steht schon der Abendstern! Dort wohnt Starius. Wenn der so ungeduldig wäre….“<br />
Da war etwas in  Großvaters Stimme, was Benjamin augenblicklich die Kartoffeln vergessen ließ. Er folgte dem Fingerzeig und betrachtete den Glitzerpunkt mit zusammengekniffenen Augen. „Es ist doch noch Tag! Sterne sind nachts am Himmel. Und wer ist Starius?“<br />
„Hat dir deine Mutter denn nie vom kleinen Sternenjungen erzählt?“ Der Bauer schüttelte den Kopf.  Benjamin sah ihn erwartungsvoll an, doch der Großvater schwieg, zog die letzten Furchen und lenkte den Traktor schließlich zurück auf den Feldweg.<br />
„Opa! Erzählst du mir die Geschichte?“<br />
Der Alte nickte. „Es gibt sehr viele Sternenkinder dort oben – große und kleine, helle und dunklere. Tags über schlafen sie und nachts spielen sie am Himmelszelt. Sie leuchten um die Wette und malen miteinander Sternenbilder. Damit ihnen nichts passiert, hält Vater Mond immer Wacht und ruft sie auch schon mal zur Ordnung, wenn sie gar zu übermütig werden…“<br />
„Wie mein Papa! Der schimpft auch manchmal, wenn ich mit Sebastian in der Wohnung nachlaufen spiele.“ Benjamin überlegte kurz. „ Ist der Mond also der Papa von allen Sternen?“<br />
„Du bist ein schlaues Kerlchen!“ lächelte der Großvater. „Genauso ist es!“<br />
„Und wer ist dann die Mama?“<br />
„Kommst du da nicht selbst drauf?“ fragte der Alte beinahe vorwurfsvoll.<br />
„Die Sonne?“ meinte Benjamin zögernd.<br />
„Richtig! Frau Sonne ist die Mutter aller Sternenkinder.“<br />
„Aber dann sieht sie ihre Kinder ja nie!“ überlegte Benjamin.<br />
„Ja, und der kleine Starius war darüber sehr traurig“, erzählte der Großvater weiter. „Oft fragte er die anderen Sternenkinder nach ihr. Aber die lachten ihn aus. „Starius, du bist ein Dummkopf!“ meinten sie. „Wir sind Sternenkinder und Vater Mond passt auf uns auf. Er erzählt uns die wundervollsten Geschichten von Mutter Sonne. Auch, wenn wir sie niemals sehen werden, so wissen wir, wie sie aussieht und wie sehr sie uns lieb hat.“<br />
Aber dem kleinen Starius genügte das nicht. Wenigstens einmal wollte er sie sehen. Viele Monate vergingen und er wurde immer nachdenklicher. Viel zu oft saß er alleine auf einer Wolke und grübelte, statt sich mit den anderen Sternenkindern zu vergnügen.<br />
Dies blieb natürlich auch Vater Mond nicht verborgen. Eines Tages rief er Starius zu sich. „Sag, mein Sohn, stimmt das, was die anderen Kinder mir über dich erzählen? Du sehnst dich so sehr nach Mutter Sonne, dass du schon gar nicht mehr spielen und leuchten magst?“<br />
Starius nickte stumm und ein paar Tränen kullerten über seine Wangen…“ </p>
<p>Der Großvater machte eine kleine Pause und sah Benjamin liebevoll an. „Weißt du eigentlich, dass Sternenkindertränen als Sternschnuppen zur Erde fallen?“<br />
Benjamin schüttelte verhalten den Kopf. „Nur, dass man sich dann was wünschen darf, wenn man eine Sternschnuppe sieht.“ Benjamins Blick ging suchend zum Himmel, der mittlerweile ganz dunkel war. Immer mehr Sterne blitzten auf. Fast erleichtert entdeckte Benjamin keine Sternschnuppe. „Ich glaube, heute ist kein Sternenkind traurig!“ meinte er leise. Dann wandte er sich wieder dem Großvater zu. „Erzähl’ weiter. Hat der Mond dem Sternenjungen helfen können?“<br />
„Väter können immer helfen!“ meinte der Großvater. „Nachdem Vater Mond einige Tage überlegt und sich zwischen Tag und Dunkel mit Mutter Sonne besprochen hatte, ernannte er Starius zum „Sternenkind  für Morgen- und Abendstern“. Damit war er ab sofort der erste Stern am Abend und der letzte am Morgen.<br />
„Danke, Vater Mond!“ Mehr konnte Starius damals nicht sagen, so aufgeregt war er. Ab jetzt würde er Mutter Sonne jeden Tag sehen. Er würde ihr von seinen Abenteuern erzählen können und ihre warmen Strahlen würden ihn streicheln.<br />
Vor lauter Glück begann der kleine Sternenjunge noch viel heller zu strahlen.“<br />
„Waren die anderen Sternenkinder da denn nicht neidisch?“<br />
„Ich glaube nicht!“ antwortete der Großvater mit ganzer Überzeugung. “Sie waren ja auch vorher schon zufrieden und bestimmt erzählt Starius ihnen oft von Mutter Sonne!“<br />
Benjamin nickte. „Oh, wir sind ja schon fast da!“ rief er überrascht. Vor ihnen tauchte der Hof seiner Großeltern auf. Oma stand wartend .in der Tür Als Opa den Motor abgestellt hatte, sprang Benjamin von seinem Sitz und rannte auf seine Großmutter zu.<br />
„Oma! Es war toll – wir haben ganz viele Furchen gezogen. Aber der Opa hat noch nicht die Kartoffeln reingelegt. Aber er hat mir die Geschichte vom Sternenjungen erzählt. Oma, was gibt es denn zu Essen? Ich habe einen Bärenhunger?“ Er stürmte an ihr vorbei ins Haus. Die Großmutter sah ihm lachend nach, dann schaute sie ihren Mann an. „Die Geschichte vom Sternenjungen?“<br />
„Erzähl ich dir später! Jetzt hab ich auch Hunger!“ antwortete er und gab ihr einen Kuss. „Pflügen macht hungrig und Geschichten erzählen erst recht!“</p>
<p></br><br />
***</p>
<p>Hier gibt es viele<br />
&raquo;&raquo;&raquo; <a href="http://www.kurzgeschichten-verlag.de/kindergeschichten/index.html">Kindergeschichten</a><br />
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<p>***<br />
Ein Buchtipp für kleine und große Leser:<br />
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3980933679/ron0c"><img src="http://kindergeschichte.files.wordpress.com/2009/10/3980933679-180-162.jpg?w=450" alt="Max und Mäxchen" /></br>Antonia Stahn</br>Max und Mäxchen</br>Kindergeschichten für große und kleine Leser</a><br />
***<br />
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			<media:title type="html">Ronald</media:title>
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		<title>Marianne Schaefer: Nur ein Stück Eis</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 07:19:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nur ein Stück Eis © Marianne Schaefer Felix war ein kräftiger Bursche, obwohl er erst zehn Jahre alt war. Mit Leichtigkeit zog er den schweren Holzschlitten durch den tiefen Schnee. Sina, seine zwei Jahre jüngere Schwester, stapfte schnaufend neben ihm her. „Heut hab&#8217; ich sie wieder heulen hören“, sagte sie zu Felix. „Wen? Das Luischen?“ [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichte.wordpress.com&amp;blog=3199525&amp;post=100&amp;subd=kindergeschichte&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></br><br />
<strong>Nur ein Stück Eis</strong><br />
© Marianne Schaefer</p>
<p>Felix war ein kräftiger Bursche, obwohl er erst zehn Jahre alt war. Mit Leichtigkeit zog er den schweren Holzschlitten durch den tiefen Schnee. Sina, seine zwei Jahre jüngere Schwester, stapfte schnaufend neben ihm her.<br />
„Heut hab&#8217; ich sie wieder heulen hören“, sagte sie zu Felix.<br />
„Wen? Das Luischen?“<br />
„Nein, die Wölfe!“, antwortete Sina und blickte sich ängstlich nach allen Seiten um.<br />
„Vor  denen brauchst dich nicht zu fürchten“, beruhigte Felix seine Schwester.  „Der Papa sagt, die haben mehr Angst vor uns Menschen, als wir vor ihnen!“<br />
„Was meinst du?  Wird unser Luischen jemals laufen lernen?“, wollte  Sina  von Felix wissen und blickte ihn von der Seite an. „Ich würde so gern mit ihr durch den Schnee tollen!“<br />
„Ich glaube nicht“, antwortete er. „Die Oma sagt immer, dass sei die Strafe. Nein&#8220;, verbesserte er sich, &#8222;sie sagte, das sei ein Fluch, weil der Papa eine Fremde geheiratet hätte. Keine aus unserem Tal.“<br />
„Jetzt spinnst du aber wirklich, Felix“, schrie Sina. Zornig blickte sie ihn an.<br />
„Seit wann ist die Mama eine Fremde!“<br />
Felix wurde mürrisch.<br />
„Unsere Schwester ist schon vier Jahre alt und kann immer noch nicht laufen. Glaub mir, das wird nichts mehr. Und jetzt gib endlich Ruh. Willst  mit mir streiten oder Schlitten fahren?“<br />
Sina schwieg augenblicklich. Sie hoffte wie ihre Mama, täglich auf ein Wunder.<br />
&#8222;Lass sie doch alle reden, was sie wollen&#8220;, dachte sie trotzig.</p>
<p>Vor ihnen lag die Rodelbahn. Die beiden freuten sich. Heute gehörte sie ihnen alleine. Die anderen Kinder waren längst nach Hause gegangen, denn es begann bereits zu dämmern.<br />
Die Bahn war dick vereist und spiegelglatt. Ihr Schlitten sauste nur so dahin.<br />
Wenn das mal gut geht, dachte Sina und hielt sich krampfhaft an Felix fest, der vor ihr saß.<br />
Dreimal ging die Fahrt gut, doch beim vierten Mal war es schon geschehen. Sie holperten über einen Buckel und verloren die Kontrolle über den Schlitten. Der machte sich selbstständig und näherte sich gefährlich den Tannen, die längs der Piste standen.<br />
„Spring ab! Lass dich fallen!“, schrie Felix. Aber es war zu spät. Der Schlitten schrammte an den Tannen vorbei, die das Tempo zum Glück etwas drosselten. Doch Felix und Sina wurden durch die Luft geschleudert. Benommen blieben die beiden im Schnee liegen.<br />
Felix rappelte sich als erster hoch.<br />
„Sina, bist du noch heil? Ist dir was passiert?“<br />
„Mir fehlt nichts“, stöhnte Sina, “nur mein Hintern tut weh. Ich bin auf einen Brocken Eis gefallen. Bitte hilf mir mal auf die Beine.“<br />
„Ich komme“, rief Felix und schlängelte sich durch die Tannen hindurch.<br />
Während Sina sich den Schnee abklopfte und neben ihn trat, betrachtete er das Eisstück genauer.  Es glitzerte und funkelte.<br />
Mit seinem Ärmel wischte er den restlichen Schnee vom Eis.<br />
Beide Kinder machten große Augen. Vor ihnen funkelte ein Bergkristall, so klar und rein, wie sie noch keinen gesehen hatten. Die Sonne schickte ihr letztes Licht, bevor sie hinter den Bergen versank und ließ den Stein in Regenbogenfarben erstrahlen. Es war wie ein Zauber, so, als hätte eine Fee ihn mit ihrem Stab berührt.<br />
Sina rieb sich ihren schmerzenden Hintern.<br />
„Weißt du was das bedeutet?“, freute sie sich. „Einen Bergkristall finden bringt Glück und man darf sich etwas wünschen. Aber das muss unser Geheimnis bleiben. Niemand darf davon erfahren, nicht einmal  Mama oder Papa. Und ich weiß auch schon, wo ich ihn verstecke und was ich mir wünsche. In ihren Gedanken sah Sina Luischen, wie sie ihr jauchzend mit erhobenen Armen entgegen lief.</p>
<p></br></p>
<p>***<br />
Ein Buchtipp für kleine und große Leser:<br />
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***<br />
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			<media:title type="html">Max und Mäxchen</media:title>
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	</item>
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		<title>Petra R. Müller: Eissterne</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 18:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindergeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Eis]]></category>
		<category><![CDATA[Eissterne]]></category>
		<category><![CDATA[Frau Holle]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Schlitten]]></category>
		<category><![CDATA[Schnee]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
		<category><![CDATA[Wintergeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Eissterne © Petra R. Müller Als würde Frau Holle ihr Federbett kräftig schütteln, wirbelten Schneeflocken auf die Erde herab. Freudig begrüßten Kinder die Vorboten des Winters. Sie holten ihre Schlitten aus dem Keller und wachsten die Kufen ein bis sie glänzten. Gut vorbereitet konnten die ersten Rutschpartien losgehen. „Opa, Opa, sieh doch nur wie es [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichte.wordpress.com&amp;blog=3199525&amp;post=88&amp;subd=kindergeschichte&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></br><br />
<strong>Eissterne</strong><br />
© Petra R. Müller</p>
<p>Als würde Frau Holle ihr Federbett kräftig schütteln, wirbelten Schneeflocken auf die Erde herab.<br />
Freudig begrüßten Kinder die Vorboten des Winters. Sie holten ihre Schlitten aus dem Keller und wachsten die Kufen ein bis sie glänzten. Gut vorbereitet konnten die ersten Rutschpartien losgehen.</p>
<p>„Opa, Opa, sieh doch nur wie es schneit!“, rief Sarah aufgeregt, als ihr Großvater die Tür öffnete.<br />
Sie blickte ihn strahlend an. Für seine Enkelin nahm er sich immer Zeit. Ihrem Opa konnte Sarah alles anvertrauen, worüber sie nachdachte. Ohne die Geduld zu verlieren beantwortete er die kniffligsten Fragen. </p>
<p>Warum fallen die Menschen auf der anderen Seite der Erdkugel nicht herunter? Warum ist der Himmel hellblau, wenn die Sonne scheint und warum sieht man am Tag keine Sterne? Das alles konnte sie ihn fragen, ohne ausgelacht zu werden. Auch sage er niemals:<br />
„Kind, das verstehst du noch nicht.“</p>
<p>Sie verstand mehr, als Papa und Mama ihr zutrauten. Es kam nur darauf an, wie die Fragen beantwortet wurden.<br />
Opa konnte wunderbar erklären, auch dafür liebte sie ihn. Dass Sarah erst fünf Jahre alt war störte ihn nicht. Manchmal nahm er ein Buch aus seinem Schrank heraus und dann sahen sie sich interessante Bilder an.<br />
Großvater besaß ein Mikroskop für das er lange gespart hatte. Es war sein ganzer Stolz. Niemand durfte es anfassen, auch seine kleine Enkelin nicht. Wenn Opa alleine war, dann beschäftigte er sich stundenlang damit. Sarah fand es langweilig, immerzu hindurch zu sehen. Dazu fehlte ihr die Geduld. Ihre Welt war viel zu aufregend.</p>
<p>Sarah folgte Opa ins Wohnzimmer und wunderte sich darüber, wie kalt es bei ihm war.<br />
„Mach doch das Fenster zu und dreh die Heizung auf, oder willst du zusehen wie Eiszapfen im Zimmer wachsen?“, sagte sie und blickte ihn fragend an.<br />
Ihrem Großvater traute sie allerlei zu. Er war ein ganz besonderer Mensch.<br />
„Du kommst der Sache schon ziemlich nahe. Ich habe dich erwartet, weil ich mir dachte du kommst, wenn es schneit. Gut dass ich mich darin nicht getäuscht habe, ich möchte dir nämlich etwas zeigen. Es wird dir bestimmt gefallen.“<br />
„Muss es denn dabei so kalt sein?<br />
„Ja, denn Eissterne, die ich gleich unter mein Mikroskop lege sind so hauchdünn, dass sie sich bei Wärme sofort auflösen.“<br />
„Wo hast du die Sterne her?“<br />
Neugierig schaute Sarah Opa an. Ihr fiel auf, dass sein Mikroskop mitten auf dem Tisch stand.<br />
„Streck deine Hand aus dem Fenster und sage mir, was du beobachten kannst.“<br />
Sarah tat, was Opa von ihr verlangte.<br />
„Es schneit und wenn die Flocken auf meine Hand fallen, dann werden sie zu Wasser.“<br />
„Siehst du. Jetzt weißt du auch warum ich die Heizung abgedreht habe. Wasser möchte ich dir nämlich nicht zeigen.“<br />
„Da draußen ist doch nur Schnee“, maulte Sarah enttäuscht. „Du hast mir aber  Sterne versprochen.“<br />
„Einen Augenblick noch, gleich du wirst sie sehen. Ganz viele Sterne sogar und jeder sieht etwas anders aus.“<br />
Dann holte der Großvater eine Glasplatte aus dem Eisfach, hielt sie ganz kurz aus dem Fenster, damit nur wenige Schneeflocken darauf fielen und schob die Platte unters Mikroskop.<br />
„Wundervoll“, murmelte er zufrieden, nachdem er einen Blick darauf geworfen hatte.<br />
„Komm Sarah, sieh dir das an.“ Er rückte den Stuhl für seine Enkeltochter zurecht.<br />
Zweifelnd schaute Sarah durch die Linse, doch kurz darauf war sie begeistert.<br />
„Das ist ja super toll! Noch nie habe ich so etwas Schönes gesehen. Danke lieber Opa.“<br />
„Nichts zu danken mein Kind. Die Welt ist voller Wunder und ich freue mich, dass ich dir eins davon zeigen kann. Aber jetzt werde ich die Heizung wieder aufdrehen. Hier ist es fürchterlich kalt geworden.“<br />
„Darf ich mir noch ein paar Sterne ansehen?“<br />
„Na klar, solange du willst. Bis es im Zimmer richtig warm geworden ist vergeht noch eine Weile und da die Glasplatten vorher im Eisfach lagen, schmilzt der Schnee nicht so schnell weg.<br />
„Sag Opa, fallen im Winter immer Eissterne vom Himmel?“<br />
„Merke dir liebes Kind, Schnee besteht aus Eiskristallen die wie Sterne aussehen. Immer haben sie sechs Ecken, Strahlen oder runde Enden. Sie gleichen einander, doch nur auf dem ersten Blick. Alle sind einzigartig und wunderschön. Willst du nicht ein Bild von dem malen, was du heute gesehen hast?“  </p>
<p>&#8222;Oh ja, Opa, das mache ich&#8220;, rief Sarah eifrig. &#8222;Mein Bild wird auch einzigartig sein, denn ich habe gut aufgepasst. Alle Eissterne male ich anders &#8211; und dann schenke ich sie dir. Dann kannst du sie auch im Sommer ansehen.</p>
<p></br></p>
<p>***<br />
Ein Buchtipp für kleine und große Leser:<br />
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	</item>
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		<title>Barbara Naziri: Das Amulett der Tiere</title>
		<link>http://kindergeschichte.wordpress.com/2010/09/19/das-amulett-der-tiere/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Sep 2010 06:31:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kindergeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Tiergeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Amulett]]></category>
		<category><![CDATA[Feiertage]]></category>
		<category><![CDATA[Festtage]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Schwein]]></category>
		<category><![CDATA[Schweinegeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>
		<category><![CDATA[Tiergeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Amulett der Tiere © Barbara Naziri Wir Menschen haben Festtage, die wir fröhlich oder feierlich begehen. Nicht so die Tiere. Für sie ist jeder Tag gleich: fressen, ruhen oder gefressen werden. Manche Tiere müssen sogar für uns arbeiten, andere werden verfolgt und gejagt. Nie zuvor kam einem Menschen der Gedanke, das Tier durch einen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichte.wordpress.com&amp;blog=3199525&amp;post=81&amp;subd=kindergeschichte&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_86" class="wp-caption alignleft" style="width: 278px"><a href="http://www.ronald-henss-verlag.de/bestellung.html"><img src="http://kindergeschichte.files.wordpress.com/2010/09/stockenterich-2010_04220060x.jpg?w=268&#038;h=300" alt="Stockente" title="Stockente" width="268" height="300" class="size-medium wp-image-86" /></a><p class="wp-caption-text">Stockente</p></div><br />
<strong>Das Amulett der Tiere</strong><br />
© Barbara Naziri</p>
<p>Wir Menschen haben Festtage, die wir fröhlich oder feierlich begehen. Nicht so die Tiere. Für sie ist jeder Tag gleich: fressen, ruhen oder gefressen werden. Manche Tiere müssen sogar für uns arbeiten, andere werden verfolgt und gejagt. Nie zuvor kam einem Menschen der Gedanke, das Tier durch einen Feiertag zu würdigen.<br />
Das verdross die Tiere und so hielten sie Rat. Sie beschlossen, den lieben Gott zu bitten, auch ihnen einen besonderen Tag zu schenken, an dem Friede zwischen allen Tieren herrschen würde und an dem keines dem anderen ein Leid antun dürfte. Dieser Tag sollte festlich und in fröhlicher Runde begangen werden. Nach ihrem Beschluss entsandten sie die Ente Schnatter an die Himmelspforte, die redegewandt und klug war, um dort ihre Bitte vorzutragen. Gesagt – getan. Schnatter trug artig das Anliegen vor, und Gott schenkte den Tieren ihren besonderen Tag. Daraufhin besiegelten sie das freudige Ereignis, indem sie ein gemeinsames Amulett herstellten. Jedes von ihnen gab eine Eigenschaft und einen Teil von sich selbst hinzu. Dieses Amulett sollte ihnen Kraft geben und sie an ihrem Festtag auch voreinander schützen.<br />
Als erstes gab das Schwein eine Borste und seine Klugheit. Das Wiesel folgte auf dem Fuß und gab ein Schnurrhaar und seine Flinkheit, das Schaf etwas Wolle und seine Gutmütigkeit, der Bär gab seine Kraft und eine Kralle, der Fuchs die List und ein Schwanzhaar, die Eule ihre Weisheit und eine Feder, das Bienchen seinen Fleiß und einen Tropfen Honig – und so setzte sich die Reihe fort bis zum letzten Tier. Das Amulett wurde in Ehren gehalten und jedes Mal am Tag der Tiere hervorgeholt. Dort lag es in ihrer Mitte und Dank seiner Kraft herrschte Harmonie unter ihnen.</p>
<p>Wieder einmal rückte der große Tag heran. Von einem vergissmeinnichtblauen Himmel lockte Mutter Sonne selbst die Trägsten aus ihrem Bau hervor. Nur hin und wieder ließ sich ein Wolkenschaf gemütlich vom Sommerwind treiben. Die Vögel übten bereits ihre Lieder für das große Feiertagskonzert. Auf der grünen Waldwiese tuschelten die Gänseblümchen und reckten dem milden Sonnenlicht vergnügt ihre Köpfchen entgegen. Nach und nach fanden sich die Tiere ein, um wie jedes Jahr das Harmoniefest zu feiern.<br />
Nur Schnatter, die sonst so fröhliche und buntgefiederte Ente, deren Schnabel nie stillstand, saß schweigend im Schatten einer alten Eiche. Tatz, der Bär, gesellte sich zu ihr. Tatz war der Älteste unter den Tieren des Waldes und hatte viele Sommer und Winter kommen und gehen sehen. Hier war er der Letzte seiner Art, denn seine Verwandten hatten sich in die Berge des Ostens zurückgezogen. Tatz weigerte sich, seinen heimatlichen Wald zu verlassen. Hier war ihm alles lieb und vertraut. Jeder Baum, jeder Strauch. Er wusste, wo die schmackhaftesten Beeren wuchsen und mit viel Glück erwischte er ab und zu auch mal eine Wabe Honig von den Bienen, ohne sich dabei eine dicke Nase zu holen.<br />
Nun beugte er sich fragend zu Schnatter hinab, wobei er sich mit der Pranke über die schon ergraute Nase fuhr. „Heute ist so ein schöner Spätsommertag“, brummte er. „Selbst die Mücken stechen nicht. Nur Du schaust drein, als wenn es gewittert. Was bedrückt Dich, liebe Schnatter?“<br />
Noch bevor Schnatter den Schnabel aufmachte, näherte sich Schleicher, dem ebenfalls die Einsilbigkeit der Ente aufgefallen war. Geschmeidig ließ er sich neben ihr nieder, während er sie belustigt musterte. Schleicher war ein eleganter Rotfuchs mit einem atemberaubenden Schwanz und der Schwarm aller Fuchsdamen. Im alltäglichen Leben war er allerdings der Feind der Ente, galt er doch als listiger Jäger und berüchtigter Hühnerdieb. In der Tat wäre Schnatter ein Leckerbissen für ihn gewesen, darum war sie stets vor ihm auf der Hut. Seltsamerweise hielt Schleicher eine geheime Macht zurück, sich gerade an ihr zu vergreifen. Heute waren diese Gedanken verbannt, denn sie standen alle unter dem Schutz des Amuletts.<br />
„Was gibt es, meine Freunde? Warum sitzt ihr hier abseits und starrt so trübselig vor euch hin?“ fragte Schleicher mit seidenweicher Stimme.<br />
Da brach es aus Schnatter heraus. Aufgeregt wackelte sie hin und her, flatterte mit den Flügeln und rief mit überschlagender Stimme: „Liebe Freunde, wir sind hier alle vergnügt beieinander. Aber habt ihr schon einmal daran gedacht, dass unser Tag namenlos ist?“<br />
„Namenlos?“, empörten sich einige und nun entstand Unruhe. Stimmen erhoben sich, etwas lauter als gewöhnlich, wie „Recht hat sie!“ „Wieso hat vorher niemand daran gedacht?“ „Natürlich braucht dieser besondere Tag auch einen Namen!“<br />
Waldohr, die Eule, blickte nachdenklich drein. „Schuhu, schuhu“, übertönte sie die aufgeregten Tiere. Sofort senkten sie ihre Stimmen und betrachteten sie mit Ehrfurcht. „Liebe Freunde, überlegt es euch gut. Wenn man etwas benennt, dann ist es für immer! Ein Name ist ein Geschenk. Es sollte von uns allen an alle sein“, sagte sie weise und schüttelte ihr weiches Gefieder, das wie reine Seide schimmerte. Waldohr kam selten an den Rand des Auenwaldes. Sie war ein Geschöpf der Nacht und lebte mit ihren Schwestern und Brüdern tief im Wald, dort, wo kaum ein Mensch den Fuß hinsetzt und das Tageslicht nur mühsam durch das Geäst der Bäume dringt. Dort führen die verwunschenen Wege ins Märchenreich und nur Waldohr kannte die alten Pfade dorthin und den Zauber, der sich dort verbarg.<br />
Sonnentau, die Bienenkönigin, schwirrte heran, aufmerksam umgeben von ihren Wächtern, die sie mit ihrem Leibe schützten, um ihr kostbares Leben zu verteidigen. Seit jeher lebte sie mit ihrem Volk in der hohlen alten Eiche, unter der sich Schnatter, Tatz und Schleicher niedergelassen hatten.<br />
„Schnatter“, summte sie, „gräme Dich nicht. Ich verspreche Dir, wir werden eine Lösung finden, die alle befriedigt.“ Und schon schwirrte sie zu den anderen Tieren, um sich mit ihnen zu beraten.</p>
<p>Doch so lange sie sich auch berieten, eine Einigung wollte nicht aufkommen. Mittlerweile wurde das Wortgefecht heftiger und nur das Amulett verhinderte, dass sie einander ins Fell oder in die Federn gerieten. Da richtete sich das Wiesel Flinkfuß auf und rief erschrocken:<br />
„Mir sträuben sich die Nackenhaare bei diesem Menschentheater. Benehmt euch endlich wie die Tiere! Wenn wir schon wegen des Namens so aneinander geraten, wie sollen wir dann künftig gemeinsam diesen Tag feiern? Denkt daran, nur das Amulett schützt uns noch voreinander.“<br />
„Recht hast du“, antwortete Blöker, das Schaf. „Wir haben unseren Ehrentag bisher in trauter Runde genossen, und so soll es bleiben. Wir müssen recht schnell einen Namen finden, mit dem alle zufrieden sind, um die Harmonie wieder herzustellen.“<br />
„Aber ist nicht gerade das allzu menschlich?“ meldete sich zaghaft die Schweinedame Rosinante. „Die Menschen müssen alles benennen, um es zu verzeichnen. Und dann streiten sie darüber, wem es gehört. Wir sind doch Tiere und wissen, worum es geht!“<br />
Wieder begann ein hitziges Palaver. „Jedes Ding muss seinen Namen haben, damit man sich erinnert und es nicht vergisst“, begründeten sie endlich ihren Beschluss.<br />
Nun stellte sich die Frage, wie die Namensgebung stattfinden sollte, ohne dass sie einander wieder ins Fell oder in die Borsten gerieten.<br />
„Lasst uns einen Wettbewerb veranstalten!“ schlug Flinkfuß vor.<br />
„Einen Wettbewerb?“ fragten die anderen verdutzt.<br />
„Ja, lasst uns singen, tanzen, spielen. Dann stimmen wir gemeinsam ab, wessen Beitrag uns am besten gefallen hat, und nach diesem Tier wird der Tag benannt.<br />
Rosinante spitzte den Rüssel kokett: „Ich werde tanzen.“ Und sie bewegte sich graziös im Kreise und wackelte ordentlich mit dem Hinterteil.<br />
Blöker blickte in die Runde: „Ich spiele Blockflöte. Ich beherrsche allerdings nur das Schafzähllied.“<br />
Wagner richtete sich hoch auf seine Stampfer. „Ich werde singen!“ Der stattliche Eber mit den scharfen Hauern war bei den Säuen sehr beliebt. Besonders Rosinante verehrte ihn heimlich, obwohl er kein Sattelschwein war. Die Hingabe der Schweinedamen schmeichelte Wagners Eitelkeit. Singen konnte er und wenn er erst einmal in Form war, schmolz manches Schweineherz dahin.<br />
So traten die Tiere eins nach dem anderen vor und meldeten ihre Beiträge bei dem Wiesel an, das fleißig alles notierte. Flinkfuß war nun Wettleiter und durfte am Wettbewerb nicht teilnehmen, was ihn keineswegs verdross.</p>
<p>Nun begannen die Darbietungen. Blöker spielte so sanft auf seiner Blockflöte, dass die Vögel beim Schafzähllied einschliefen und reihenweise von den Ästen kippten und erst als Tatz der Bär laut aufschnarchte, wurden alle wieder munter. „Du bist ein Magier auf der Flöte“, rief Tatz überschwänglich, „und hast mich von meiner Schlaflosigkeit geheilt. Ich werde Dich nun häufiger mal aufsuchen.“ Komischerweise war Blöker darüber nicht besonders erfreut.<br />
Waldohr zauberte wunderschöne Bilder hervor, denn sie war der Magie kundig. Als sie ihre Flügel öffnete, zeigten sich darunter ferne Länder und weite Meere. Der König der Tiere hob sein ehrwürdiges Haupt und ließ seinen gewaltigen Ruf erschallen, sodass der Waldboden vibrierte. Antilopen sprangen in hohen Sätzen durch die Savanne und auf dem weiten Meer ließ der Wal seinen lieblichen Gesang ertönen. Darauf senkte sich langsam ein Schleier nieder und der Zauber erlosch.<br />
Tatz versuchte sich im Schattenboxen und brachte durch seine komischen Einlagen alle Tiere zum Lachen. Sonnentau vollführte akrobatische Lufttänze und versetzte alle in Staunen und Schleicher – ja, Schleicher rezitierte tatsächlich mit samtweicher Stimme ein Gedicht. Niemand hatte ihm das zugetraut, und die Tiere waren zutiefst beeindruckt. Rosinante legte trotz leichtem Übergewicht einen graziösen Tanz auf den Moosboden, dass die Sporen flogen. Wagner aber sang zum Steinerweichen. Kein Auge blieb trocken. Ja, selbst der Himmel weinte.<br />
Eine einzige Regenwolke hatte sich vor die Sonne geschoben. Dicke Tropfen fielen auf den weichen Moosboden, während gleichzeitig vom Himmel die Sonne lachte. „Sonnenregen!“, jubelten die Tiere. Wenn das kein glücklicher Tag war! Sonnenregen bringt Segen. Der warme Regenschauer war eine willkommene Erfrischung, denn der Wettkampf hatte die Gemüter doch erhitzt und sollte noch lange fortdauern.<br />
Pfiffikus, das Murmeltier, machte seinem Namen alle Ehre und pfiff die fröhliche Melodie: ‚Liebe Mutter Sonne trage die Erde bei Nacht und auch bei Tage,<br />
halte sie fest und strahle sie an,<br />
damit Mensch und Tier auf dir wachsen kann’.<br />
Das gefiel ihr. Die Regenwolke verdampfte und Mutter Sonne liebkoste dankbar die Tiere mit ihren Strahlen.<br />
Löffler, der Hase, und Lupo, der Wolf, wurden zum Wettrennen aufgerufen. Sie sollten die große Lichtung einmal ganz umrunden. Das Ziel war die alte Eiche. Löffler, der durch seine Furcht mitunter von den Tieren verspottet wurde, betrachtete Lupo ängstlich aus seinen Augenwinkeln. Lupo, der dies bemerkte, trat auf ihn zu und klopfte ihm freundschaftlich mit der Tatze auf den Nacken. „Fürchte Dich nicht, Löffler, es ist unser Tag, und niemand wird dem anderen ein Leid zufügen. Heute sind wir Freunde!“ Beide rannten mit dem Wind und trafen gleichzeitig wieder unter tosendem Applaus am Ziel ein. Da blickten sie einander in die Augen und verstanden, sie hatten einen Sieg über sich davon getragen.<br />
Die Mäuse hatten sich ein besonderes Ballett einfallen lassen. Zierlich aneinandergereiht tänzelten sie auf die Waldbühne. Mausezahn, das jüngste Mitglied, durfte die Ansage machen. Mit piepsiger Stimme kündigte sie stolz Primabella Samtfell an. Ein erstauntes Raunen ging durch das Publikum, denn Samtfell war immerhin eine Katze, die sich nun artig im Tutu vor dem Publikum verneigte. Das Ballett bezauberte alle Tiere. Beifall brauste auf, und Samtfell strahlte bis ins letzte Barthaar, als sie von den Mäusen umringt die Bühne verließ.<br />
So ging es in einem fort. Einen Tag und eine Nacht dauerte der Wettbewerb der Tiere. Den Schluss bildete der Singvögelchor. Aufgeregt zwitschernd warteten die Vögel schon lange auf ihren Einsatz. Sie hatten ein Überraschungslied einstudiert und unter der Leitung von Nathan, dem weisen Uhu. Als es aus hunderten von Vogelkehlen ertönte, saßen die Zuhörer ergriffen da. </p>
<p>Wir halten zusammen, wir Tiere der Welt,<br />
ob gefiedert, ob Schuppe, ob Pelz oder Borste<br />
Unser Tag eint uns alle, weil’s uns gefällt<br />
ob Fisch oder Bär oder Adler im Horste.</p>
<p>Wir halten zusammen, wir Tiere der Welt,<br />
wir lassen uns nicht mehr das Leben verdrießen<br />
ob der Rothirsch im Wald, das Mäuschen im Feld,<br />
kommt herbei, lasst uns die Freude genießen</p>
<p>Wir halten zusammen, wir Tiere der Welt,<br />
weil der Zauber des Amuletts uns lenkt<br />
der Wolf ist lammfromm und der Hase ein Held,<br />
den Tag hat uns heute der Himmel geschenkt</p>
<p>Die Zuschauer sprangen auf. Nichts hielt sie mehr auf den Plätzen. Sie hielten sich an Pranken oder Pfoten und wiegten sich schunkelnd im Takt. Ein Wunder war geschehen. Alle Vögel hatten es verstanden eine gemeinsame Melodie zu trällern, und damit krönten sie ihre eigene Hymne. Die Hymne zum Tag der Tiere.<br />
Ein unbeschreiblicher Jubel brach aus. Als sich die Gemüter etwas beruhigt hatten, erhob sich Flinkfuß, um die Moderation wieder zu übernehmen. „Liebe Freunde! Bei all der Freude dürfen wir nicht vergessen, unseren Sieger zu wählen!“, rief er die Gemeinschaft zur Ordnung. Alle Tiere haben ihr Bestes gegeben. Keine Darbietung ist mit einer anderen vergleichbar. So unterschiedlich wie wir, sind auch unsere gezeigten Fähigkeiten. Darum wird es uns kaum gelingen, einen Sieger aus unserer Runde zu küren, denn wir sind alle gleich gut.“<br />
Schweigen senkte sich auf die eben noch frohe Runde, so still, dass man hätte hören können, wie eine Tannennadel auf den Waldboden fällt. Zögernd erhob sich Rosinante und blickte alle nacheinander an: „Wie wäre es“, schlug sie vor, „wenn wir jedes Jahr den Tag nach einem anderen Tier benennen, und zwar in der Reihenfolge, in der wir unsere Gaben dem Amulett zufügten?“<br />
Blöker vollführte lustige Bocksprünge: „Eine gute Idee! So kommen alle zu ihrem Recht und der Frieden unter uns Tieren bleibt gesichert!“<br />
Freudig stimmten die übrigen Tiere dem Vorschlag zu. Der junge Tag erwachte und am Horizont zeigte sich ein erster zarter Silberstreif, als die Tiere friedlich auseinander gingen.<br />
„Bis nächstes Jahr am ’Schweinetag’“, raunten sie einander fröhlich zu.<br />
</br><br />
***<br />
Ein Buchtipp für kleine und große Leser:<br />
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3980933679/ron0c"><img src="http://kindergeschichte.files.wordpress.com/2009/10/3980933679-180-162.jpg?w=450" alt="Max und Mäxchen" /></br>Antonia Stahn</br>Max und Mäxchen</br>Kindergeschichten für große und kleine Leser</a><br />
***<br />
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		<title>Claudia Duhonj-Gabersek: Der Libellensee</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 15:17:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald</dc:creator>
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<em>Kindergeschichte – Tiergeschichte – Tiere – Fred – Frosch – Libellen – Seerosen – Wassergeist – Himmel – Mond – Vollmond – Teich – Fische – See – Zwergenland – Zwerge – Steinkarpfen – Froschschenkel </em><br />
</br><br />
<strong>Der Libellensee</strong><br />
&copy; Claudia Duhonj-Gabersek</p>
<p>Längst war die Dämmerung hereingebrochen über das Zwergenland Grom.<br />
Die kleinen Zwergenbuben Plim und Plom hätten schon zu Hause sein müssen. Ihre Mutter Tram lugte besorgt aus der Höhle, doch nur der Gesang der Nachtvögel durchbrach die Stille des Waldes. Sie hatte nur die beiden Kinder auf dieser Welt, denn ihr Mann, der starke Hauer Klamm, war vor ein paar Jahren verunglückt. Er war tief im Berge von einem rollenden Felsbrocken erschlagen worden.<br />
Zehn Steinwürfe entfernt von der mütterlichen Behausung spielten Plim und Plom am Ufer des Libellensees. Warum der See so hieß? Ihr könnt es euch denken. Hunderte der schönen Geschöpfe schwirrten um den See oder tummelten sich auf den großen Seerosenblättern, die gemächlich im Wasser trieben.<br />
Vom Himmel her schaute Herr Mond dem Treiben der beiden Jungen zu. Voll und rund war er, wie ein Kürbis, der gleich zu platzen drohte.<br />
Fred Glubsch, der Frosch und sein stummer Freund, der alte Steinkarpfen Gründlich beäugten die Zwergenkinder misstrauisch. Schon so mancher Froschschenkel und der eine oder andere fette Karpfen waren in den großen Eisenpfannen der Zwerge gelandet. Frosch und Fisch gruben sich tief in den Schlamm ein und glotzten nur ab und zu vorsichtig heraus.<br />
Plötzlich geschah es. Mit einem lauten Schmatzen tauchte er auf, der böse Wassergeist Mrz. Er war über und über mit Schlamm bedeckt und Algen wuchsen aus seinen riesigen Ohren. Mit seinen mächtigen Greifzangen packte er die Kinder und verschwand mit ihnen in der Tiefe des Sees.<br />
Fred Glubsch und Karpfen Gründlich schauten sich an. Nein, man mochte Zwerge nicht. Sie waren laut und plump und gefährlich dazu. Aber das hier waren Kinder. Ihre jämmerlichen Schreie waren ihnen durch Schall- und Schwimmblase gedrungen.<br />
Der Herr Mond da oben hatte alles mit angesehen. Eine Träne lief über sein Kratergesicht und als sie verdunstete, legte sich ein dichter Nebel über das Land Grom.<br />
Zwei Tage waren vergangen. Immer wieder kamen Gruppen von Zwergen an den See und riefen laut nach den Kindern. Frosch und Fisch aber dachten an die große Eisenpfanne und gruben sich noch tiefer ein.<br />
Als die Zwerge verschwunden waren, schwammen die beiden ein wenig im See. Nachdenklich glotzte Fred seinem Freund in die Augen. Plötzlich hatte er eine Idee:<br />
&#8222;Quak, quak. Quaaak, quaaaakk?&#8220;, fragte er seinen Freund und der blubberte zustimmend ein paar Blasen aus dem Maul. Gemeinsam tauchten sie in den See hinab, immer tiefer und tiefer.<br />
Lange Zeit fanden sie nichts, Doch dann trafen sie auf eine Krebsfamilie, die ihnen, eifrig mit den Scheren klappernd, den Weg zeigte. Sie tauchten hinter den Krebsen durch einen engen Gang und fanden sich in einer riesigen Höhle wieder.<br />
Die ächzende Stimme des Wassergeistes Mrz hallte von den Wänden:<br />
&#8222;Esst nur, ihr Kinder, esst den Tang, denn was anderes werdet ihr die nächsten hundert Jahre nicht kriegen&#8220;.<br />
Plim und Plom weinten bitterlich.<br />
Frosch und Fisch hatten genug gehört. Ohne ein verräterisches Plätschern machten sie sich auf den Rückweg.<br />
Als sie aufgetaucht waren und sich ein wenig erholt hatten, rief Fred nach den Libellen. Die Jungfern kamen eine nach der anderen angeflogen. Mit gebührendem Abstand, denn man fürchtete die lange Froschzunge, scharten sie sich um Fred.<br />
Mit aufgeregtem Quaaaak Quaaaak erzählte er den Schönen die ganze Geschichte.<br />
Da machte sich der riesige Libellenschwarm auf den Weg zur Höhle der Zwergenmutter. Sie hatte kein Auge zugetan, seit die Buben fort waren und unaufhörlich flossen ihre Tränen. In ihrer Behausung hatten sich schon Pfützen gebildet, so sehr weinte sie.<br />
Zuerst wollte sie mit ein paar Nachbarn zusammen die Libellen verjagen, aber dann begriff Tram: &#8222;Sie wollen uns etwas zeigen, schlagt nicht nach ihnen&#8220;.<br />
Die Libellen führten die Zwergenschar zum See, wo sie schon von Fred Glubsch und Herrn Gründlich erwartet wurden.<br />
Die vier kräftigsten Zwerge tauchten mit Frosch und Karpfen in die Tiefe. Mir nix dir nix packten zwei von ihnen den bösen Wassergeist, während die anderen beiden Plim und Plom auf ihre Schultern setzten.<br />
Endlich tauchten sie am Ufer auf und stiegen aus dem Wasser. Was war das ein Herzen und Küssen, als die Mutter ihre beiden Söhne in die Arme nahm. Plim und Plom war das schon fast peinlich, denn die Zwerge lachten. Auch Fred Glubsch konnte sich ein fröhliches Quaaaaak nicht verkneifen und Herr Gründlich blubberte munter mit.<br />
Die starken Zwerge sperrten den Wassergeist Mrz in eine ihrer tiefen Höhlen und verschlossen sie mit einem schweren Felsbrocken. So konnte der Böse nie mehr Unheil anrichten.<br />
Zum nächsten Vollmond feierten die Zwerge ein großes Fest am Seeufer. Manch guten Happen warfen sie Fred und Gründlich zu und den Libellen schenkten sie feinsten Honig.<br />
Herr Mond war&#8217;s auch zufrieden und strahlte rund und fett vom Himmel, als hätte er nie etwas anderes getan.<br />
In dieser Nacht noch schworen die Zwerge am See einen heiligen Schwur. Selbst in der größten Wintersnot wollten sie doch eines niemals mehr tun: Froschschenkel und Karpfen essen. Höchstens ein Forellchen ab und zu … denn Zwerge sind ja auch nur – halbe – Menschen.</p>
<p>***<br />
Das Foto entstand am 10. Juni 2010 an dem kleinen Teich im Wiesengrund in <a href="http://dudweiler.wordpress.com">Dudweiler</a>.<br />
Noch mehr Libellen-Fotos gibt es auf dem <a href="http://libellen.wordpress.com">Libellen-Blog</a><br />
***<br />
<img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/0ecc8421608348c692607661210e1692" width="1" height="1" alt=""><br />
***</p>
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		<title>Martina Decker: Fred der Frosch</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 15:12:57 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_70" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.ronald-henss-verlag.de/bestellung.html"><img src="http://kindergeschichte.files.wordpress.com/2010/06/fred-der-frosch-2010_06080145r.jpg?w=450&#038;h=337" alt="Fred, der Frosch" title="Fred, der Frosch" width="450" height="337" class="size-full wp-image-70" /></a><p class="wp-caption-text">Fred, der Frosch</p></div><br />
<em>Kindergeschichte – Tiergeschichte – Tiere – Fred – Frosch – Reiher – Libellen – Seerosen – Wassergeist – Himmel – Mond – Vollmond – Teich – Fische – See </em><br />
</br><br />
<strong>Fred, der Frosch</strong><br />
&copy; Martina Decker</p>
<p>„Wo bin ich?“, murmelte Fred und blinzelte verwirrt in das helle Licht. Alles tat ihm weh und er traute sich nicht, seine Froschbeine auch nur ein bisschen zu bewegen.<br />
Das Letzte, an das sich erinnern konnte, war der Schnabel eines Reihers und wie er darin verschwunden war. Fred hatte auf einem Seerosenblatt in der Sonne gedöst und völlig vergessen, achtsam zu sein.<br />
„Bin ich jetzt im Himmel?“, überlegte er. Wenn der Reiher ihn gefressen hatte, war das nur wahrscheinlich. Er war immer ein guter und braver Frosch gewesen und gute Frösche kommen in den Himmel, hatte seine Mama gesagt.<br />
„Quatsch!“, gab er sich selbst die Antwort. „dann würde mir nicht alles wehtun. Ein toter Frosch im Himmel hat keine Schmerzen.“<br />
Umständlich richtete Fred sich auf und versuchte einen kleinen Sprung. „Autsch!“, entfuhr es ihm und er entdeckte die große Schürfwunde an seinem rechten Froschschenkel. „Besser als gebrochen!“, stellte er erleichtert fest und sah sich vorsichtig um. Es roch nach Wasser und tatsächlich: nicht weit vor ihm lag ein kleiner See. Glücklich hopste Fred ans Ufer und kühlte sich erst einmal ordentlich ab. Übermütig tauchte er durch die Fluten und vergaß dabei seine Schmerzen.<br />
„Ich bin dem Reiher entkommen!“, freute er sich. Wenn das seine Freunde hörten – er wäre ein Held und die Froschmädchen würden ihn bewundern.<br />
Erst beim Sonnen am Ufer wurde Fred bewusst, dass er gar nicht wusste, wo er war. Und dass es keine anderen Frösche gab, denen er von seinem Heldenmut berichten konnte. Außer ihm und ein paar schillernden Libellen war niemand da. Arglos schwirrten sie in seiner Nähe herum und schienen ihn überhaupt nicht zu fürchten. Fred sah ihnen eine Weile zu. Schwupp… schoss seine lange, klebrige Zunge hervor. Genüsslich verspeiste er sein Mahl und bemerkte erst jetzt, wie hungrig er war. Schwupp… noch einmal und schwupp… daneben! Schnell hatten die Libellen die Gefahr erkannt und flogen an einen sicheren Platz. </p>
<p>Es wurde Abend und mit der einbrechenden Dunkelheit spürte Fred erst richtig, wie alleine er sich fühlte. Traurig setzte er sich auf einen großen Stein und begann zu quaken. Vielleicht würden ihn ja andere Frösche hören und ihm antworten. </p>
<p>So ging das viele Nächte lang. Schließlich stand der Mond dick und rund am Nachthimmel und schaute mitleidig auf den kleinen Frosch hernieder. Und Fred schaute traurig zum Vollmond hinauf.<br />
„Hallo lieber Vollmond! Sag, hast du nicht vielleicht irgendwo ein paar Frösche gesehen? Ich bin so einsam!“<br />
„Tut mir leid, mein lieber Frosch! Ich sah Rehe auf einer Lichtung und einen Uhu bei der Jagd, aber keine Frösche. Aber es ist Nacht und da kann ich nicht jedes Tier sehen!“<br />
„Aber dein Licht strahlt doch so hell. Wenn du ein wenig genauer suchst, so wirst du doch bestimmt …“<br />
„Was soll denn jetzt auch noch dieses nächtliche Geschwätz?“, ertönte da plötzlich eine zornige Stimme. „Erst muss ich mir jede Nacht dieses schreckliche Gequake anhören und nun auch noch das! Ich will schlafen! Was muss ich tun, damit du endlich verschwindest?“<br />
Die Oberfläche des Sees kam in Bewegung und mit einem Mal schlugen hohe Wellen ans Ufer.<br />
Erschrocken starrte Fred aufs Wasser. „Wer spricht denn da?“, stammelte er überrascht.<br />
„Ich bin Juri, der Wassergeist! Mir gehört der See und alle Fische darin.“<br />
So schnell die Wellen gekommen waren, so schnell lag der See wieder wie ein großer schwarzer Spiegel. Aus ihm heraus schaute ein grimmiges Gesicht den kleinen Frosch an. Dicke Augenbrauen verdeckten halb die böse blitzenden Augen und unter der Knollennase wucherte ein dichter Bart. „Warum musste dieser blöde Vogel dich ausgerechnet hier fallen lassen? Konnte er dich nicht sonst wo verlieren oder besser noch: fressen?“ </p>
<p>Bevor Fred etwas erwidern konnte, tauchte ein großer Fisch an der Wasseroberfläche auf. Sicherlich wollte er nach den Mücken schnappen, die über dem Wasser im Mondlicht tanzten. Doch stattdessen riss der Wassergeist seinen Mund gierig auf und verschlang den ganzen Fisch mit einem Happs. Fred wurde es Angst und Bange.<br />
„Hmmm, das war lecker!“, meinte der Wassergeist schmatzend. Gähnend wandte er sich wieder an den Frosch. „Du raubst mir seit Tagen den Schlaf! Das ist nicht gut – nein, gar nicht gut!“, murmelte er und in Freds Ohren klang das, als hätte Juri gesagt: „Und jetzt fresse ich dich …“<br />
„Guck mich nicht so an!“, raunzte der Wassergeist. „Ich werde dich nicht fressen. Du bist mir viel zu klein. Außerdem liegst du mir mit deinem andauernden Gequake schon schwer genug im Magen.“<br />
Fred seufzte erleichtert.<br />
Der Wassergeist betrachtete ihn einen Moment lang amüsiert. „Also gut! Wo kommst du her, Frosch? Wie heißt der Teich, wo alle deine Freunde und Verwandten leben?“<br />
„Der Oberbergweiher!“, antwortete Fred leise.<br />
„Kenn ich …“ Jetzt grinste der Wassergeist sogar und Fred war gänzlich verwirrt. „Morgen früh bist du wieder da … versprochen. Und so lange versprichst du mir, nicht mehr zu quaken, klar?“<br />
Fred nickte und Juri verschwand ohne ein weiteres Wort gluckernd im See.<br />
Sprachlos schaute der Frosch ihm hinterher. Nach einigen Minuten blickte er fragend nach oben. „Mond, hast du …?“<br />
Aber der Mond war verschwunden. Am Horizont funkelte es hell und die ersten Sonnenstrahlen berührten die Erde.</p>
<p>Als es vollends Tag geworden war, saß Fred wieder auf seiner Lieblingsseerosenblüte mitten auf dem Oberbergweiher. Um ihn herum war ein fröhliches Quaken. Alle Frösche wollten wissen, wie er dem Reiher entkommen war und wo er sich herumgetrieben habe. Und Fred erzählte, wie er sich verzweifelt gewehrt hatte, zappelte und heftig mit den Hinterbeinen strampelte, bis der Vogel endlich den Schnabel wieder aufsperrte. Es wurde eine lange Geschichte, denn Fred schmückte sie hier und da ein wenig aus. Aber schließlich war alles erzählt und erschöpft machte Fred es sich auf dem Seerosenblatt bequem. Er schloss die Augen und döste in der warmen Sonne ein. Ein verräterisches Plätschern ließ ihn jedoch kurz darauf wieder aufschrecken. Im gleichen Moment legte sich ein großer Schatten über ihn. Mit einem Satz sprang Fred auf und tauchte ins Wasser ein. Er versteckte sich tief im Schlamm und sein Herz pochte heftig. Fast wäre es dem Reiher doch schon wieder gelungen, ihn zu schnappen.<br />
Und da schwor Fred sich: Niemals wieder würde er auf einem Seerosenblatt in der Sonne dösen.<br />
</br><br />
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<p>***<br />
Beide Fotos entstanden an dem kleinen Teich im Wiesengrund in <a href="http://dudweiler.wordpress.com">Dudweiler</a>, das obere am am 08. Juni 2010, das untere am 11. Juni 2010.</p>
<p>***<br />
<img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/fa3b9322e448497baaf6060fc4e4b6e9" width="1" height="1" alt=""><br />
***</p>
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		<title>Petra R. Müller: Pünktchens Wunsch</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 07:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pünktchens Wunsch &#169; Petra R. Müller Langeweile herrschte für die Tiere auf dem großen Bauernhof nie. Immer gab es etwas Neues und Interessantes zu entdecken. Zusammen bildeten sie eine enge Gemeinschaft die sich gegenseitig half. Es war nicht immer leicht, friedlich zusammen zu leben, zu unterschiedlich waren ihre Interessen. Eines Tages erheiterte Pünktchen die ganze [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichte.wordpress.com&amp;blog=3199525&amp;post=62&amp;subd=kindergeschichte&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pünktchens Wunsch</strong><br />
&copy; Petra R. Müller</p>
<p>Langeweile herrschte für die Tiere auf dem großen Bauernhof nie. Immer gab es etwas Neues und Interessantes zu entdecken. Zusammen bildeten sie eine enge Gemeinschaft die sich gegenseitig half. Es war nicht immer leicht, friedlich zusammen zu leben, zu unterschiedlich waren ihre Interessen.<br />
Eines Tages erheiterte Pünktchen die ganze Gruppe, als es erklärte: “Ich wünsche mir Osterhase zu werden.“<br />
Für einen kurzen Augenblick lang war es mucksmäuschenstill. Dann, als ob ein tosender Orkan losbrechen würde, setze von allen Seiten her lautes Gelächter ein.<br />
„Pünktchen, der Witz war gut, hast du noch mehr solcher Sachen auf Lager?“, grunzte ein Schwein.<br />
„Um Himmels willen, siehst du denn nicht, wie sich meine Hennen vor Lachen kaum noch auf der Stange festhalten können“, krähte Oskar der Hahn.<br />
Federchen legte sogar ein Ei. Sie hatte sich beim Lachen verschluckt und als sie daraufhin husten musste, um wieder frei atmen zu können, rutschte das Ei einfach heraus.<br />
„Siehst du, was du da angerichtet hast?“, schnatterte Federchen vorwurfsvoll. „Wegen dir habe ich jetzt mitten auf den Weg ein Ei gelegt. Hier kann jeder darauf rumtrampeln. Ich muss schleunigst zusehen, wie ich es in Sicherheit bringe“.<br />
„Reg‘ dich nicht so auf“, bellte Ben, der Hofhund. „Ich helfe dir. Mit meiner Schnauze rolle ich dein Ei, wohin du es haben willst“<br />
„Wenn das mal gut geht“, meinte Federchen. Doch sie nahm Bens Hilfe gerne an.<br />
Stolz watschelte die Gans vor den Hofhund her, um ihm zu zeigen, an welchen Platz er das Ei rollen sollte. Ben folgte ihr, doch als Federchen sich umdrehte, schrie sie empört auf.<br />
„Du blöder Köter hast ja mein Ei ganz vergessen! So etwas leicht Zerbrechliches kann man doch nicht alleine auf der Straße liegen lassen! Marsch, setz dich in Bewegung und rolle mein Ei hier herüber. Genau an dieser Stelle will ich es liegen sehen.“<br />
„Blöde Gans“, knurrte Ben verärgert. „Da will man nun helfen und wird zum Dank auch noch angeschnauzt. Soll sie doch das nächste Mal zusehen, wie sie ihr Ei aus der Gefahrenzone bekommt! Ich habe ihr schließlich nicht gesagt, dass sie es mitten auf den Weg legen soll.“</p>
<p>Nachdem Pünktchen seinen Wunsch bekannt gegeben hatte, herrschte auf dem Bauernhof große Aufregung. Nur langsam beruhigten sich die Tiere.<br />
Pünktchen verstand nicht, warum es überall ausgelacht wurde. Seiner Meinung nach sollte jedes Kaninchen den Wunsch hegen, Osterhase zu werden. Eine ehrenvollere Aufgabe konnte es sich nicht vorstellen.<br />
Wenn eines der Ferkel Glücksschwein werden wollte, dann lachte ja auch niemand. Selbst Küken, die zum Ziel hatten Wetterhahn zu werden, genossen Anerkennung und Respekt. Warum nur wurde sein Wunsch nicht akzeptiert? </p>
<p>Unter den Tieren galt die Eule als besonders klug. Aber man konnte sie nur nachts im Wald antreffen. Noch dazu war es sehr gefährlich, der Eule einen Besuch abzustatten. Solche, die es wagten die Eule grundlos zu belästigen, mussten dies mit ihrem Leben bezahlen.<br />
Trotzdem nahm das Kaninchen sich vor, in der kommenden Nacht bei der Eule nachzufragen, was an seinem Wunsch so komisch war. Die Demütigungen des vergangenen Tages lagen so schwer auf seinem Herzen, dass es die Angst, gefressen zu werden, leichter ertrug. Aber dann, als die Sonne tiefer sank und die Schatten länger wurden, sehnte sich das kleine Kaninchen in seinen schützenden Stall zurück.<br />
Die Tiere der Nacht waren erwacht und machten Geräusche, die Pünktchen vor Furcht zittern ließen. Er war gerade dabei die Flucht zu ergreifen und auf dem schnellsten Weg nach Hause zurück zu hoppeln, als es über sich die kräftigen Flügelschläge der Eule vernahm.<br />
Pünktchen duckte sich und hörte ein schadenfreudiges: „Zu spät.“<br />
Als das Kaninchen sich aufrichtete, erblickte es die Eule direkt vor sich auf einen niedrig hängenden Ast sitzend. Sie war ein beeindruckend großer Vogel mit grau glänzenden Federn und einem dicken, spitz gebogenen Schnabel, der stark genug war, um gefangene Beute mühelos zu zerreißen.<br />
„Glaubst du denn wirklich, du könntest vor mir fliehen indem du dich duckst? Im gleichen Augenblick, als ich dich erspähte, war es um dich geschehen. Du kannst mir nicht entkommen“, belehrte die Eule das kleine Kaninchen.<br />
„Wer will dir entkommen? Ich habe dich extra aufgesucht um dir eine Frage zu stellen“.<br />
Pünktchen wusste, jetzt kam es darauf an, das Interesse der Eule zu wecken. Wenn ihm dies gelang, war sein Leben gerettet.<br />
„Ja, wenn du mich gesucht hast, darf ich dich dann zum Essen einladen?“, fragte die Eule<br />
„Was hast du denn anzubieten?“, Pünktchen wurde keck, obwohl ihm die Angst tief in den Knochen saß und es überhaupt keinen Hunger verspürte.<br />
„Blöde Frage“, erwiderte die Eule. „Wenn ich dich zum Essen einlade, dann gibt es selbstverständlich Kaninchenragout, was hast du denn gedacht?“<br />
„Kopfsalat wären mir aber lieber“. Pünktchen unterdrückte aufkommende Panik.<br />
Die Eule bog sich vor Lachen. Sie wollte sich mit einem ihrer Flügel den Bauch halten, verlor dabei das Gleichgewicht und landete unsanft auf den Boden. Auf dem Rücken liegend, die Beine in die Luft gestreckt, lachte sie immer noch, nur etwas leiser.<br />
„Dabei hast du bestimmt an Eulenkopfsalat gedacht. Du bist ein urkomischer Typ, weißt du das? So jemand wie dich werde ich nicht verspeisen. Es gibt viel zu wenig Tiere deines Schlags“. Dann richtete sich die Eule auf und fragte das Kaninchen warum es sich der großen Gefahr aussetzte, um ihren Rat einzuholen.<br />
Pünktchen erzähle von seinem Wunsch, Osterhase zu werden und dass es deswegen überall ausgelacht wurde. Von der Eule wollte es wissen, was an seinem Wunsch so lächerlich ist.<br />
„Mal ganz davon abgesehen, dass du ein Kaninchen bist und kein Hase, gibt es noch mehr Dinge, die deinen Wunsch unmöglich machen. Als Osterhase musst du nämlich lernen wie man Eier legt“, antwortete die Eule amüsiert. „Mir ist noch kein Kaninchen begegnet, das dies kann. Vielleicht lachen dich deine Freunde deshalb aus. Doch selbst wenn du Eier legen könntest, oder sie dir irgendwoher besorgst, ist dein Problem damit noch nicht gelöst. Die Eier müssen auch gekocht und bunt angemalt werden. Ich weiß nicht, wie du das hinkriegen willst. Aber wenn du es schaffen solltest, dann sage mir bitte Bescheid. Ich lerne gerne noch etwas dazu“.</p>
<p>Mit hängenden Ohren verabschiedete sich Pünktchen von der weisen Eule. Was es soeben erfahren musste, bedeutete das Ende seines Traums. Sicher, Eier könnte es sich leicht besorgen. Wozu gab es Hühner und Gänse auf dem Hof? Aber die Eier bunt anmalen konnte es nicht. Zudem wusste Pünktchen nicht was Kochen bedeutete und wozu es gut sein sollte.<br />
Zum ersten Mal in seinem Leben rollten Tränen über sein Gesicht. Schweren Herzens nahm es Abschied von seinem Lebenswunsch.<br />
Zu Hause angekommen, verkroch sich das Kaninchen in die hinterste Ecke seines Stalles und versuchte zu schlafen. </p>
<p>Am nächsten Morgen fühlte sich Pünktchen ganz krank. Er blieb in der Ecke hocken und hatte keine Lust den Stall zu verlassen.<br />
„Das kommt nur davon, weil Pünktchen die Eule besucht hat“, vermuteten seine Freunde. Sorgenvoll fügten sie hinzu, „nun liegt es krank im Stall und muss bestimmt bald sterben. Jeder weiß doch, dass es gefährlich ist zur Eule zu gehen, aber dieser Dickkopf kann ja nicht hören“.<br />
Eine Mäusemutter wollte sich nicht damit zufrieden geben, dass Pünktchen im Sterben lag. Für sie war das Kaninchen ein Held. Helden lässt man aber nicht alleine, wenn es ihnen schlecht geht. Man hilft ihnen, damit sie schell wieder auf die Beine kommen. Das war jedenfalls ihre Meinung.<br />
Vorsichtig schlich sie sich in den Kaninchenstall und fand Pünktchen, wie es todtraurig am Boden kauerte. Es war kaum ansprechbar, wollte weder essen noch trinken und hatte auch keine Lust sein Fell zu pflegen. Ganz sanft knabberte die Mäusemutter an Pünktchens Ohr.<br />
„Was ist mit dir los?“, wolle sie wissen. „Gestern warst du noch so lustig, voller Tatendrang und durch nichts zu erschüttern und heute sitzt du da, als hättest du einen Eimer voll Gift gefressen.“<br />
„Ich fühle mich auch so, als hätte ich Gift gefressen“, antwortete Pünktchen.<br />
„Gestern Nacht besuchte ich doch die Eule, weil ich von ihr wissen wollte, was an meinem Wunsch Osterhase zu werden, so lächerlich ist und ihre Antwort zog mir den Boden unter den Füßen weg. Niemals wird aus mir ein Osterhase, dieser Wunsch ist unerfüllbar. Das macht mich so traurig“.<br />
„Na, na“, sagte die Mäusemuter“. „Wer wird denn gleich die Flinte ins Korn werfen? Wenn du Osterhase werden willst, dann kann ich dir vielleicht dabei helfen“.<br />
„Du?“ Pünktchens Ohren streckten sich steif in die Höhe. „Was weißt du denn vom Osterhasen?“<br />
„Mehr jedenfalls als die Eule“, antwortete das Mäuschen leicht beleidigt. „Hast du vergessen, dass ich Nacht für Nacht im Haus der Menschen herumschleiche?“<br />
„Konntest du dabei auch den Osterhasen sehen?“, fragte das Kaninchen hoffnungsvoll.<br />
„Den nicht gerade, aber ich weiß, wann und wo er seine Eier versteckt. Wenn du willst helfe ich dir, dass dein Traum noch dieses Jahr in Erfüllung geht“.<br />
Pünktchen zweifelte an den Möglichkeiten des hilfsbereiten Tierchens.<br />
“Wie willst du aus mir einen Hasen machen der Eier kochen und färben kann? So etwas machen nämlich die echten Osterhasen“.<br />
„Du irrst dich, wenn du glaubst der Osterhase mache all diese Dinge selbst“, erwiderte die Mäusemutter.<br />
„Dieser Schwindler bringt fertige bemalte Eier unter die Leute und tut so, als hätte er sie selbst hergestellt. Woher er die bunten Eier bekommt, weiß ich auch nicht. Es ist mir auch egal. Aber ich kann dir helfen, dass du dieses Jahr die Aufgabe des Osterhasen übernehmen kannst. Welche Rolle spielt es da, dass du gar kein richtiges Häschen bist? Tu einfach so, als ob du der Osterhase wärst. Keiner wird dir das übel nehmen.“<br />
Pünktchen wäre der Maus am liebsten um den Hals gefallen.<br />
„Das ist ja wunderbar, jubelte es. Dann könnte ich all denen, die mich ausgelacht haben, beweisen wozu ein Kaninchen fähig ist“.<br />
Pünktchen besprach mit der Mäusemutter was zu tun sei, um in die Rolle des Osterhasen zu schlüpfen. Ihr Vorschlag begeisterte es. Pünktchen war sich sicher, dass der Plan funktionieren wird. Hoch erhobenen Hauptes verließ es den Stall und suchte nach etwas Essbarem, denn mit seiner Vorfreude, kam auch der Hunger wieder zurück.<br />
Kaum gesellte sich Pünktchen zu den anderen, wurde es von allen anwesenden Tieren umringt. Hühner, Schweine und natürlich auch die geschwätzigen Gänse wollten wissen, was es bei der Eule erlebt hatte.<br />
Pünktchen dachte jedoch nicht im Traum daran, die Neugier derer zu befriedigen, die es am Tag zuvor ausgelacht hatten.<br />
Rache muss sein, dachte es und verkündete stolz:<br />
„Am Sonntag könnt ihr sehen, wie ich zu einem richtigen Osterhase werde, mehr sage ich nicht“.<br />
„Habt ihr das gehört? Pünktchen wird zum Osterhasen. Wer’s glaubt wird selig und wer’s nicht glaubt, der kommt auch in den Himmel“, schnatterte Federchen.<br />
„Du blöde Gans“, brummelte Ben. „Immer musst du über andere herziehen! Pass auf, dass aus dir kein Feiertagsbraten wird. Ich hätte Lust auf ein paar leckere Gänseknochen“.<br />
„Das hast du zum Glück nicht zu bestimmen“, erwiderte Federchen entsetzt und watschelte von dannen.<br />
Pünktchens Bekanntgabe sorgte für noch größere Aufregung, als zuvor die Äußerung seines Wunsches Osterhase zu werden. Einige trauten es ihm zu, andere wiederum nicht. Sie wetteten sogar darauf, ob Pünktchen es schaffen würde. Es gab die unterschiedlichsten Wetteinsätze. Gänse verwetteten ihre Daunen, mit denen sich der Schlafplatz komfortabler ausstatteten ließ, Hühner verzichteten freiwillig auf einen Teil ihres Futters und Oskar, der Hahn, rupfte sich sogar seine schönsten Schwanzfedern aus, nur um an der Wette teilnehmen zu können. Jedes Tier fand etwas anderes, das es einsetzen konnte.</p>
<p>Am darauffolgenden Sonntag war es dann soweit. Es gab noch nie einen Ostersonntag, der so ungeduldig von den Tieren des Bauernhofes erwartet wurde. Trotz strengster Bebachtung Pünktchens, gelang es ihm dennoch, sich unbemerkt aus dem Stall zu schleichen.<br />
Die Mäusemutter hatte von ihrer ganzen Verwandtschaft einen Tunnel graben lassen, der vom Kaninchenstall aus direkt zu jenem Gebüsch führte, unter dem der Osterhase eines seiner Nester zu verstecken pflegte. Kaum hatte das Mäuschen ein Nest entdeckt, eilte sie durch den Geheimgang zu Pünktchen, um ihm Bescheid zu geben. Was nun folgte lag nicht mehr in ihrer Hand.<br />
Zielstrebig zwängte sich Pünktchen durch den Tunnel. Nachdem es unter der Erde hervorgekrochen war, befreite es sein Fell sorgfältig von anhaftenden Erdklumpen. Dann hielt es Ausschau nach dem Osternest und legte sich vorsichtig hinein. Es achtete gewissenhaft darauf keines der buntbemalten Eier zu beschädigen, sondern legte diese behutsam um seinen Körper herum. So wurde aus Pünktchen ein (fast) echter Osterhase.</p>
<p>Dies dachte auch die Tochter des Bauern, als sie das Nest fand.<br />
„Oh Pappi schau doch mal. Ein richtiger Osterhase! Darf ich ihn behalten?“<br />
Während das Mädchen erfreut nach ihrem Vater rief, nahm sie das Kaninchen auf den Arm und streichelte es zärtlich.<br />
Der Bauer erkannte Pünktchen sofort, als er das Kaninchen sah.<br />
„So ein Schlingel, wie konnte es sich nur ins Osternest hinein schmuggeln?“, dachte er verwundert. Doch zu seiner Tochter sagte er schmunzelnd:<br />
„Nur sehr wenige Menschen haben bisher den Osterhasen gesehen. Er ist nämlich sehr scheu. Dir hat er sogar sein Kind anvertraut. Das ist eine große Ehre. Wir werden dem kleinen Kerl ein schönes Zuhause geben.“</p>
<p>***<br />
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		<title>Marianne Schaefer: Zwergenkinder Frühling</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 14:45:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#160; Zwei Zwergenkinder suchen den Frühling &#169; Marianne Schaefer Im Zwergenland war es Zeit für den Frühling, doch der Winter wollte nicht weichen. Die ersten Frühlingsboten, die Schneeglöckchen, zogen von der Kälte erschreckt, ihre Köpfchen ein und bibberten. „Hör nur, sie läuten noch nicht“, sagte das Zwergenkind Sanna traurig zu ihrer kleineren Schwester Suse. „Lass [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichte.wordpress.com&amp;blog=3199525&amp;post=57&amp;subd=kindergeschichte&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</br><br />
<strong>Zwei Zwergenkinder suchen den Frühling</strong><br />
&copy; Marianne Schaefer</br></p>
<p>Im Zwergenland war es Zeit für den Frühling, doch der Winter wollte nicht weichen. Die ersten Frühlingsboten, die Schneeglöckchen, zogen von der Kälte erschreckt, ihre Köpfchen ein und bibberten.<br />
„Hör nur, sie läuten noch nicht“, sagte das Zwergenkind Sanna traurig zu ihrer kleineren Schwester Suse.<br />
„Lass uns endlich den Frühling suchen“, schlug Sanna vor. „Wir nehmen unseren Bollerwagen, spannen Hoppel, den großen Hasen davor und fahren damit durch den dunklen Wald, bis an das große Meer“.<br />
„Und was erzählen wir Mama?“, wollte Suse wissen.<br />
„Nichts“, sagte Sanna. &#8222;Bevor es dunkel wird, sind wir wieder zurück. Irgendwo werden wir ihn schon finden!“<br />
Und so machten sich die zwei Zwergenkinder auf den Weg, um den Frühling zu suchen.<br />
Sie kamen durch einen großen, dunklen Wald. Dort trafen sie viele Rehe und Hirsche, die dicht gedrängt vor ihren leeren Futterkrippen standen.<br />
„Habt ihr vielleicht den Frühling gesehen?“, wollte Sanna von den Tieren wissen. „Oder könnt ihr uns sagen wo er wohnt?“<br />
Ein großer, stattlicher Hirsch kam bis vor den Bollerwagen gelaufen und beäugte neugierig die zwei Zwergenkinder.<br />
„Den Frühling …? Nein, den haben wir noch nicht gesehen! Und wo er wohnt weiß ich auch nicht! Aber seid ihr zufällig dem Förster mit unserem Futter begegnet? Wir haben Hunger bis unter die Geweihe.&#8220;<br />
„Tut uns sehr leid“, antwortete Suse, „leider nicht!“<br />
Sie fuhren und fuhren und der Wald nahm kein Ende. Da sahen sie einen Uhu auf einem Baum sitzen.<br />
„Lieber Uhu“, riefen sie, „du sollst doch der Gescheiteste aller Vögel sein – sag uns doch bitte, wo können wir den Frühling finden?“<br />
Der Uhu verdrehte seine Augen. „Danke für das Kompliment. Wissen tue ich das auch nicht! Aber ich könnte mir denken, wo ihr ihn findet. Fahrt einfach diesen Weg geradeaus weiter – hinter den drei großen Tannen biegt ihr links ab, dort bläst der Wind und rauscht das Meer. Fragt dort nach dem Frühling.“<br />
Als sie den Wald durchquert hatten, blies der Wind ihnen heftig ins Gesicht und die Wellen des Meeres klatschten wild ans Ufer.<br />
„Wind, hast du den Frühling gesehen?“, riefen sie gegen ihn an.<br />
„Den Frühling, den kann ich noch nicht gebrauchen“, sagte der Wind. &#8222;Wenn der beginnt, ist es mit meinem Spaß vorbei. Seht nur, was ich mit dem Meer und den Schiffen treibe! Sie schaukeln mal auf und ab. Was für eine Freude! Was für ein Spaß! Hoffentlich findet ihr ihn nicht so schnell“, lachte er und blies sich fort.<br />
Sanna und Suse waren traurig. Keiner konnte ihnen sagen, wo sie den Frühling finden konnten! Deshalb befahlen sie Hoppel umzudrehen, um nach Hause zu fahren.<br />
Als Sanna und Suse wieder im dunklen Wald waren, fing es leicht an zu schneien. Auch war es dunkel geworden. Nachdem Hoppel ziellos mit ihnen durch den Wald irrte und sie dreimal an der gleichen Stelle vorbei gekommen waren, bekamen die Zwergenkinder große Angst. Suse begann zu weinen.<br />
„Was erzählen wir nur der Mama?“, wollte sie immer wieder wissen.<br />
„Sei still“, sagte Sanna, &#8222;und hör auf zu plärren!“<br />
„Hoppel“, rief Sanna, „findest du wirklich nicht mehr den Weg aus den Wald heraus?“<br />
Der große Hase legte seine langen Ohren über die Augen und schüttelte den Kopf. Er schämte sich gewaltig.<br />
„Also nicht“, sagte Sanna enttäuscht. Jetzt bekam auch sie es mit der Angst zu tun. Plötzlich sah sie den Mond hoch oben am Himmel stehen.<br />
„Lieber Mond“, rief sie hinauf, „weißt du denn nicht, wo der Frühling wohnt? Oder kannst du uns den Weg nach Hause zeigen?“<br />
Der Mond lachte zwar über das ganze Gesicht, er gab aber keine Antwort.<br />
„Er versteht uns nicht“, sagte Sanna. &#8222;Er ist zu weit weg.“<br />
Ängstlich rückten die Zwergenkinder zusammen. Da schob sich plötzlich vor ihren Augen eine Himmelsleiter auf die Erde herunter. Ein kleines Sternenkind hüpfte von Sprosse zu Sprosse und landete vor ihnen im Schnee. Die Zwergenkinder wichen erschreckt zurück.<br />
„Habt keine Angst“, sagte es. &#8222;Mich schickt der Mond, weil er glaubt, dass ihr Hilfe braucht. Er hört nicht mehr gut, denn er ist schon sehr, sehr alt. Deshalb hat er mich geschickt. Wie kann ich euch helfen?“<br />
Sanna und Suse, die Zwergenkinder, erzählten dem Sternenkind ihre Geschichte und baten ihn um Hilfe.<br />
„Wo der Frühling wohnt, weiß ich auch nicht. Aber vor ein paar Stunden ist er wie der Teufel durch die Tannen geflitzt und hat immer gerufen: Oh je! Oh je! Ich habe verschlafen. Wo fange ich jetzt als Erstes an? Ich glaube, er ist auf dem Weg ins Zwergenland. Solltet ihr dort zu Hause sein, macht schnell, sonst beginnt der Frühling ohne euch.“<br />
„Aber wir finden den Weg dorthin nicht mehr. Bitte hilf uns!&#8220;<br />
„Natürlich helfe ich“, sagte das Sternenkind. „Deshalb bin ich ja hier. Ich führe euch durch den Wald, dann könnt ihr das Zwergenland schon sehen! So weit weg davon seid ihr nicht!“<br />
Das Sternenkind führte Hoppel, Sanna und Suse hinaus aus den dunklen Wald. So fanden sie wieder nach Hause. Dort schloss ihre Mutter sie glücklich in die Arme.<br />
Anderntags begann der Schnee zu schmelzen, die Schneeglöckchen läuteten und streckten ihre kleinen Köpfchen dem Frühling und der Sonne entgegen. Und auch die Krokusse und Osterglocken bohrten sich freudig durch die Erde.<br />
Sanna und Suse waren darüber sehr glücklich. Das mit dem Frühling so schien es ihnen, war so eine Sache, er kommt wann er will und geht, wann es ihm passt.</p>
<p>***<br />
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		<title>Patricia Koelle: Pusteblumen-Märchen</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 09:21:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Pusteblume &#8211; Löwenzahn &#8211; Kindergeschichte &#8211; Märchen &#8211; Elfen &#8211; Drachen &#8211; Allergie &#8211; Elfengeschichte &#8211; Drachengeschichte &#8211; Löwenzahngeschichte &#8211; Pusteblumengeschichten</em></p>
<p><strong>Heiße Luft &#8211; Ein Pusteblumen-Märchen</strong><br />
© Patricia Koelle </p>
<p>Fira war in einem gelbduftenden Junimorgen unterwegs auf der Suche nach einem Brombeerstrauch. Nicht wegen der Brombeeren. Elfen mögen Brombeeren nicht besonders, schon weil sie so groß sind und dunkelsaftige Flecken machen, wenn man sie zerteilt. Es waren die Dornen, die Fira nützlich waren, denn im Gegensatz zu den anderen Elfen trug sie ihre Haare kurz. Morgens fuhr sie sich mit einem Dorn hindurch, so dass die Haare in alle Richtungen hoch standen. &#8222;Du siehst aus wie eine Pusteblume&#8220;, sagte die Großelfe Rona und schüttelte seufzend ihren Kopf mit dem langen glänzend braunen Zopf. Elfen bekommen selten graue Haare.<br />
Doch Fira bestand auf ihrer Frisur. Sie wollte sich leicht fühlen und lehnte alles ab, was sie beschweren konnte. Am liebsten sauste sie nur im Unterhemd herum und nutzte jeden leichten Wind, um darauf herumzuturnen.<br />
An diesem Morgen fand sie keinen Wind. Es war ein warmer, stiller Tag. &#8222;Fira!&#8220;, hörte sie da einen Aufschrei durch die Stille. &#8222;Hilfe!&#8220;.<br />
&#8222;Neri?&#8220; Sie sah sich suchend um.<br />
&#8222;Hier!&#8220;, jammerte es. Der Ruf kam aus einer Birke am Rande der Lichtung. Fira sauste hin, so schnell sie konnte. Sie musste ungewöhnlich hoch fliegen, um Neri zu finden.<br />
&#8222;Was ist Dir denn passiert?&#8220;, fragte Fira entsetzt. Ihre Cousine hing mit schmutzigem Gewand und zerknitterten Flügeln an einem spitzen Zweig. Bei genauerem Hinsehen war es noch schlimmer. Das Gewand war nicht nur schmutzig, sondern angesengt, und Neris Flügel hatte ein Loch, denn da war der Zweig hindurchgegangen.<br />
&#8222;Halt still, da muss ich Hilfe holen&#8220;, bat Fira und zischte davon. &#8222;Jooonooo!&#8220;, brüllte sie, so laut sie konnte, nach dem Schwarmältesten. Leider können Elfen nicht sehr laut brüllen. Doch Jono hatte besonders gute Ohren und einen scharfen Sinn für Gefahren, und kaum war Fira im Sturzflug am Boden der Lichtung angekommen, stieß sie schon fast mit ihm zusammen.<br />
Jono war doppelt so groß wie Fira und Neri. Er zog Neris Flügel behutsam vom Zweig und trug sie zur Moosbuche, wo Großelfe Rona, die Heilkundige, den Flügel sorgfältig mit einem Verband aus Spinnweben flickte. &#8222;Am Arm hast du eine Verbrennung&#8220;, stellte sie fest. &#8222;Wie ist das bloß passiert, Mädchen?&#8220;<br />
Jetzt, wo sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, ging es Neri schon besser.<br />
&#8222;Ich bin nur die Lichtung entlang geflogen und wollte mich im Tau waschen&#8220;, erklärte sie.<br />
Jono und die Großelfe unterdrückten ein Schmunzeln, denn Neri war dafür bekannt, dass sie das Waschen gern ausfallen ließ. Sie war wasserscheu.<br />
&#8222;Plötzlich kam etwas, das wie ein leuchtender Trichter aussah, auf mich zugesaust&#8220;, erklärte sie. &#8222;Es war ein Wind, eine Art kleiner Sturm, und er war heiß. Er packte mich und wirbelte mich in die Birke. Ich konnte überhaupt nichts machen. Und&#8220;, sagte sie und machte ein wichtiges Gesicht, &#8222;es waren Zwillinge! Zum Glück hat mich nur einer erwischt.&#8220;<br />
&#8222;Wie meinst du das, Zwillinge?&#8220;, fragte Jono.<br />
&#8222;Zwei Wirbelwinde. Zwei Trichter. Sie haben sich genau gleich bewegt&#8220;, behauptete Neri.<br />
&#8222;Wo ist Fira?&#8220;, fragte die Großelfe und sah erschrocken in allen Himmelsrichtungen.<br />
Fira hatte nur das Wort &#8222;Wind&#8220; gehört, und schon hatte sie sich aufgemacht. Das klang nach einem großen Spaß. Für Wind fühlte sie sich zuständig. Sie musste ja nicht so ungeschickt sein wie Neri.<br />
Sie setzte sich auf den untersten Ast der Birke, in der sie Neri gefunden hatte, und sah sich erwartungsvoll um. Gleich darauf zuckte sie erschrocken zusammen. Ein seltsames Geräusch erschütterte das Gras so sehr, dass jeder Halm sich davor verneigte. Kein Donner, eher eine Explosion, und danach wieder Stille. Im nächsten Augenblick geschah, was Neri beschrieben hatte. Zwei leuchtende Trichter wirbelten über die Lichtung, und kaum hatte Fira sie gesehen, sauste sie auf den los, der ihr am nächsten war, und versuchte, darauf im Kreis zu segeln.<br />
Das war ein Fehler. Sie konnte hervorragend fliegen, doch dieser Wirbel war der erste Wind, der zu stark für sie war, und riss sie sofort mit. Zum Glück löste er sich schnell auf. Verdammt heiß war er gewesen. Fira hielt sich die Hand vor den Mund. Elfen dürfen nicht fluchen, nicht einmal in Gedanken, und Rona war ziemlich gut im Gedankenlesen. Firas Flügel hatte eine braune Stelle, aber insgesamt war sie besser davongekommen als Neri.<br />
Aber wo kamen diese Zwillingswinde her? Und was war das für ein Geräusch gewesen? Fira machte sich auf in die Richtung, aus der beides gekommen war. Sie flog unter einer dichten Zeder hindurch und kam auf die kleine Lichtung am Bach, zwischen den Felsen.<br />
&#8222;Noriwon?&#8220;, rief sie.<br />
Noriwon war ein junger Drache, glücklicherweise einer von der Sorte mit einem hellen Charakter. Er war auf seiner Reise gerade über den Elfenlichtungen mit einem vierflügeligen Nachtgnom zusammengestoßen und hatte sich dabei böse die Schulter verrenkt. Die Großelfe hatte sich seiner angenommen, wie sie sich jeden Wesens annahm, und ihn mit Kräutersalben und einem Verband aus kühlenden Blättern versorgt. Zum Glück kommen Drachen lange ohne Nahrung aus, denn ihn zu füttern wäre ein Problem gewesen. So aber konnte er sich auskurieren und derweil den Elfen von seinen Erlebnissen berichten. Noriwon konnte gut erzählen. Die Elfen lauschten hingerissen und selbst Jono erwischte sich dabei, dass er sich beim Zuhören selbst riesig und stark fühlte und sich durch große Höhen schwingen sah.<br />
Wenn Noriwon zum Erzählen zu müde war, spielten die jungen Elfen Slalomfliegen durch die Zacken auf seinem Rücken, oder sie polierten die Schuppen auf seiner Haut, die ihn mal kupfernfarben, mal smaragdgrün glänzen ließen, mit einem königsblauen Schimmer an den Seiten.<br />
Doch im Augenblick war Noriwon allein und Fira sah, dass er sich seltsam krümmte. &#8222;Was ist, Noriwon?&#8220;, fragte sie erschrocken und flog zu ihm hin.<br />
In diesem Augenblick nieste Noriwon. Nun war klar, woher das geheimnisvolle Geräusch gekommen war. Aus seinen gewaltigen Nasenlöchern sausten zwei leuchtende Wirbelstürme. Und da Noriwon schon seit einigen Jahren alt genug war, um Feuer spucken zu können, waren sie heiß. Sehr heiß. Fira konnte gerade noch ausweichen und sich an einem Blaubeerstrauch festhalten, sonst wäre sie wieder mitgerissen worden.<br />
&#8222;So geht das nicht&#8220;, sagte Rona hinter ihr. Jono tauchte auch auf. Neri hielt sich ängstlich im Hintergrund.<br />
&#8222;Du zündest uns noch den Wald an&#8220;, sagte Rona zu Noriwon.<br />
&#8222;Ich kann nichts dafür&#8220;, sagte Noriwon kleinlaut. &#8222;Ich habe alles versucht. Es kommt einfach über mich.&#8220;<br />
&#8222;Wohl eher aus dir heraus&#8220;, sagte Jono. &#8222;Bist du erkältet?&#8220;<br />
&#8222;Drachen können sich nicht erkälten. Sie sind viel zu heiß. Das überlebt kein Virus&#8220;, sagte Rona, die um Noriwons Kopf herumschwirrte und in seine Augen und Nasenlöcher spähte. &#8222;Ich fürchte, er hat eine Allergie. Heuschnupfen.&#8220;<br />
&#8222;Und jetzt?&#8220;, fragte Fira.<br />
&#8222;Seine Schulter ist noch nicht geheilt. Er kann unmöglich schon fortfliegen, sonst würde ich ihn an die See schicken, wo kein Blütenstaub in der Luft ist&#8220;, sagte Rona. &#8222;So aber müssen wir herausfinden, worauf er mit Niesen reagiert.&#8220;<br />
&#8222;Fira, Neri&#8220;, sagte Jono, &#8222;pflückt alle Blumen, die ihr hier finden könnt, und haltet sie Noriwon einzeln vor die Nase. Wir werden schon dahinter kommen.&#8220; Er sauste selbst zum Bach hinunter und pflückte Arnika, die dort lustige Punkte in die tiefen Schatten streute. Noriwon schnupperte daran, doch nichts geschah.<br />
&#8222;Das ist ein Heilkraut&#8220;, sagte Rona. &#8222;Ich glaube nicht, dass das in Frage kommt.&#8220;<br />
Neri fürchtete sich immer noch. Nicht vor Noriwon, aber vor den Zwillingsstürmen. Sie pflückte die erstbeste Pflanze, die sie erwischte. Noriwon zuckte zurück und jaulte auf. Drachen haben empfindliche Nasen. Auch Neri ließ die Pflanze schnell fallen. Es war eine Brennnessel gewesen.<br />
Jono brachte Hirtentäschelkraut, Rona wilden Flieder, Fira Gänseblümchen. Noriwon nieste immer wieder, aber nie, wenn sie ihm eine Blüte vor die Nase hielten. Sie hatten schon müde Flügel, als ausgerechnet Neri Erfolg hatte. Sie schleppte sich mit einer fast reifen Pusteblume ab, die beinahe schwerer war als sie selbst.<br />
Kaum näherte sie sich Noriwon, nieste er gleich zweimal. Neri ließ die Blume fallen und sauste blitzschnell in die Höhe, um nicht von den Wirbelstürmen erfasst zu werden. Sie spürte noch die Hitze an den Zehen.<br />
Jono fischte rasch die Pusteblume aus dem Gras und warf sie in den Bach, sonst hätte Noriwon gar nicht mehr aufgehört, zu niesen.<br />
&#8222;Ach, du lieber Waldgeist!&#8220;, sagte Rona. &#8222;Das wird ein Stück Arbeit. Wir müssen alle Pusteblumen in der Gegend einsammeln.&#8220;<br />
Doch Rona und Jono ließen sich so schnell nicht erschüttern. Je größer und unmöglicher die Aufgabe, desto glücklicher waren sie. Fira kannte das schon und war nicht verblüfft darüber, dass die Großelfe und der Schwarmälteste ihren Plan schon fix und fertig hatten.<br />
Es war im Interesse aller Lebewesen, dass der Wald nicht abbrannte. Darum war es für Rona ein Leichtes, die Vögel und die Spinnen zur Mitarbeit zu überreden. Die Rotkehlchen, Amseln und Meisen machten sich auf, alle Elfenschwärme im Tal auf der großen Lichtung zusammenzurufen. Noriwon wurde gemahnt, solange in die andere Richtung zu niesen, wo die Zwillingsstürme auf die Felsen trafen und nicht ganz so gefährlich waren.<br />
Die Spinnen webten die ganze helle Juninacht lang unzählige kleine Beutel. Der Mond war fast voll und hatte einen leuchtenden Hof um sich, und die vielen Spinnenfäden und Elfenflügel glitzerten in seinem Licht. Auch wenn alle angespannt waren und immer wieder die Nasen in den langsamen Sommerwind hielten, ob es nicht schon irgendwo nach Feuer roch, fand Fira doch, dass ein ganz besonderer Zauber in der Luft lag. Die Elfen begannen, alle Pusteblumensamen im Tal einzusammeln und ihre Beutel damit zu füllen. Lonn stimmte kurz nach Mitternacht ein Lied an, und die Elfen, die ihm am nächsten arbeiteten, nahmen es auf. So breitete es sich im ganzen Wald aus bis zu den Bergen, leicht und leise und unsichtbar wie ein hoffnungsvoller Traum.<br />
Als der Nebel aus dem Gras aufstieg und die aufgehende Sonne ihn glühen ließ, als brenne es doch schon, gab es für dieses Jahr keine Pusteblumen mehr im Tal.<br />
&#8222;Außer dir, Kleine Wilde. Wann hast du dich zum letzten Mal gekämmt?&#8220;, fragte Rona und stupste Fira auf die Nase.<br />
&#8222;Wohin sollen wir die Pusteblumensamen denn nun bringen?&#8220;, fragte Neri. Elfen lassen nie etwas umkommen, auch nicht ein einziges Samenkorn, und darum war klar, dass mit dem Inhalt der Beutel etwas geschehen musste.<br />
&#8222;Ich habe eine Idee, Großelfe, darf ich?&#8220;, rief Fira und schwirrte aufgeregt um Rona herum. Sie flüsterte ihr etwas ins Ohr.<br />
Rona lachte und beriet sich mit Jono. &#8222;Na gut&#8220;, sagte sie schließlich. &#8222;Ich denke nicht, dass es schaden kann.&#8220;<br />
Bald machte sich ein gewaltiger Schwarm Elfen auf und flog in Richtung der grauen Stadt im Nachbartal. Die Menschen in der Stadt sahen die Elfen nicht. Sie waren viel zu sehr damit beschäftigt, die Gänse- und Butterblumen und den weißen und roten Klee aus ihren ordentlichen viereckigen Gärten zu reißen oder zu vergiften.<br />
&#8222;Wenn ich dieses kurzgeschorene Einheitsgrün sehe, bekomme ich Bauchgrimmen&#8220;, sagte Fira zu Neri.<br />
&#8222;Und wenn ich diese grauen Häuser sehe, kriechen dunkle Träume in meinen Kopf&#8220;, sagte Neri.<br />
Die Elfen waren sehr beschäftigt, doch als der Tag an den Bergen herunter in die Täler fiel und die Dämmerung ihm entgegenkam, flogen sie so leise davon, wie sie gekommen waren. Die Menschen sahen sie nicht, weil sie sie nicht erwartet hatten.<br />
Auch das kalte glatte Grün und Grau waren bald verschwunden, denn in der ehemals trüben Stadt blühte in diesem langen Sommer strahlend gelber Löwenzahn, wohin man schaute. In den ordentlichen Vorgärten erschienen gelbe lachende Gesichter, Sonnen und andere Zeichen aus Blüten auf dem Rasen. In den Dachrinnen vor den Fenstern und zwischen den Fliesen auf Balkons wuchs das Gelb aus allen Ritzen. In den Parks wanden sich gelbe honigduftende Wege neben den richtigen aus grauem Splitt. Und es dauerte nicht lange, da reiften die Blüten und wurden zu Pusteblumen, lange ehe die Menschen alle vernichten konnten. Auf den Spielplätzen pusteten die Kinder die kleinen Schirmchen in jeden Wind, der aufkam. Von den Dächern flogen sie in glänzenden Schwaden wie große Flügel. Es waren so viele, dass auch in den nächsten Jahren die Stadt nicht grau sein würde.<br />
Fira segelte mit den Samenschirmchen auf den warmen Winden und stellte fest, dass das völlig ausreichte, um glücklich zu sein.<br />
Im nächsten Frühjahr, als Noriwon geheilt war und auf kräftigen Flügeln das Tal verlassen hatte, holte sie einige Samen zurück, denn ein Sommer ohne Pusteblumen ist nirgendwo denkbar. </p>
<p>***</p>
<p>Buchtipp:<br />
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Patricia Koelle<br />
Der Weihnachtswind</a><br />
Bezaubernde Weihnachtsgeschichten für große und kleine Leser. Ein Buch nicht nur für die Weihnachtszeit, sondern für das ganze Jahr.</p>
<p>***</p>
<p>Und noch Buchtipp:<br />
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Patricia Koelle<br />
Die Füße der Sterne</a><br />
Geschichten von Himmel, Meer und Erde<br />
Die Zeitschrift <em>bella</em> meint in Ausgabe 2/2010:<br />
Glück zum Lesen</p>
<p>***<br />
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			<media:title type="html">Patricia Koelle: Die Füße der Sterne</media:title>
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