Claudia Duhonj-Gabersek: Die Nebelhexe Gisela

17. Juni 2011

Claudia Duhonj-Gabersek: Die Nebelhexe Gisela

Claudia Duhonj-Gabersek: Die Nebelhexe Gisela

Kindergeschichten als eBook

Als eBook bei Amazon erhältlich. Für Amazon Kindle, für PC, iPhone, iPod, Android, Smartphone …

Claudia Duhonj-Gabersek
Die Nebelhexe Gisela

Illustrationen von Heike Schmidt
Amazon Kindle Edition
ASIN: B00556O69A

Die Nebelhexe Gisela und ihr Kater nehmen kleine, aber auch große Leser mit auf die Reise ins Nebelland Immerda. Mit ihren lustigen Streichen bringt Gisela alle zum Lachen. Sie ist eine gutmütige und hilfsbereite Hexe, die manchmal allzu menschliche Züge zeigt. Aber wehe, jemand versucht, einen ihrer großen Kürbisse zu stehlen! Dann kann Gisela ungemütlich werden und setzt ihre Zauberkräfte ein …

»»» bei Amazon downloaden

***

Und so fängt die Geschichte an:

Kaptel 1: Gisela

Im Lande Immerda lebt die kleine Nebelhexe Gisela. Warum das Land Immerda heißt? Ihr werdet es erraten: Es war schon immer da, und es wird wohl auch immer da sein, wenn Gisela nicht mal wieder auf dumme Gedanken kommt, so wie in der Geschichte, die ich euch heute erzählen möchte. Gisela ist ja nicht so begeistert, dass die ganze Sache rauskommt. Und so hoffe ich, sie nimmt es mir nicht allzu übel, wenn ich’s euch erzähle. Sonst verwandelt sie mich noch in eine hässliche Kröte, und ich muss in ihrem Teich schwimmen, pfui! Weil ich euch jetzt verrate, was sie angestellt hat und wie sie fast den Weltenlauf durcheinanderbrachte mit ihrem Unsinn. Und selber eine nicht so gute Figur … aber nein, nun mal der Reihe nach …

… also, die Sache ist so: Es ist ein schöner, warmer Herbsttag. Das hört eigentlich jeder gerne, und auch ein jeder macht es sich gemütlich, lässt die Beine baumeln und die Sonne ins Gesicht scheinen. Bevor die kalten Tage kommen. Jeder. Nur nicht Gisela, denn sie ist eine kleine Nebelhexe, und ohne eine kräftige, dicke Nebelsuppe kann sie sich nicht in die Lüfte erheben. Da kann sie den Besen am Hintern festbinden, wenn kein Nebel da ist, ist nichts mit Fliegen.
Gisela wohnt in einem kleinen Haus, umgeben von Feldern und dem berühmten Krötenteich, in den sie schon manchen reingezaubert hat, der ihr in die Quere kam.
Eigentlich ist sie keine böse Hexe, aber wenn jemand ihre Kürbisse klaut oder ihre Kräuter ausreißt, versteht sie keinen Spaß. Wehe dem, den sie dabei erwischt. Zwei, drei Sommer Krötenteich sind ihm sicher, bevor sie ihn zurückverwandelt und davonjagt.
Der beste Freund, den Gisela hat, ist ihr Kater Nebelbank. „Russtopf“ oder „Rabenschwarz“ hätte besser zu ihm gepasst. Aber Gisela musste ihn ja „Nebelbank“ rufen, ein Name, den er hasst. Und mit dem sie ihn lächerlich macht bei allen Katzen des Immerda-Landes. Aber Gisela sorgt gut für ihn und hat ihn auch noch nie verhext. Auf ihrer Schulter kann er allerdings nicht sitzen, so klein, wie sie ist, und Nebelbank ist ein besonders großes, fettes Katerexemplar.
Heute aber geht er ihr aus dem Weg, denn Gisela hat fürchterliche Laune. Am Morgen noch hatte sie auf Nebel gehofft, wie so oft in den letzen Wochen. Doch das bisschen Morgendunst hat sich schnell verzogen und seitdem scheint die Sonne.
Gisela schmollt in ihrer Stube und flucht vor sich hin: „Dreimal vermaledeite Sonne, wenn du doch herabfallen würdest in das große Meer und nie wieder scheinen im Leben.“ Eigentlich weiß sie, dass das Blödsinn ist. Denn wie sollten ihre Kürbisse gedeihen und ihr Bilsenkraut und die anderen feinen Sächelchen, so ganz ohne Sonne? Sie greift sich ihre große Kristallkugel, reibt sie vorsichtig blank und hält nach Nebel Ausschau. Doch wie sehr sie die Augen auch verdreht, sie sieht nur Sonnenschein, nichts als Sonnenschein. Da holt sie das alte Nebelhexenbuch, das riesige, schwarze mit den goldenen Lettern und blättert es durch. Kater Nebelbank verzieht sich mit einem kläglichen Miauen in die hinterste Ecke. Er weiß, wenn Gisela zu dem Buche greift, kommt nichts Gutes dabei heraus. Sie findet, was sie gesucht hat und sagt laut den uralten, verbotenen Spruch:

Kommt her, ihr Nebel aller Zeiten,
und deckt die heiße Sonne zu,
ihr sollt die Lüfte mir bereiten,
so dass ich flöge ohne Ruh.

Einen Augenblick ist es ganz still. Kein Vogel pfeift mehr, und selbst die Schaben verkriechen sich. Es wird stockdunkel. Dann hört man ein grässliches Wabern und Schmatzen. Die Tür und das Fenster fliegen auf und die ganze Stube füllt sich mit Nebel. Aus allen Ritzen kriecht er, ein nasser, schwerer, klebriger Nebel, der das Atmen fast unmöglich macht. Giselas Besen aber, der in der Ecke gestanden hat, tanzt mit einem Mal durch die Luft, wirbelt auf die Hexe zu, klemmt sich zwischen ihre Hinterbacken und schiebt sie die Stiegen hinauf. Gisela schreit: „Halt ein, Nebelbesen, ich will ja gar nicht mehr fliegen!“ Doch der Besen treibt sie in die Lüfte, immer höher und höher. Noch nie ist Gisela so hoch geflogen. Dreimal saust sie um den Mond, selbst der ist von der dicken Nebelsuppe umhüllt. Das kleine Hexenherz schlägt ihr bis zum Halse, als sich der Nebel langsam verzieht. Jetzt nähert sie sich endlich wieder der Erde. Unter sich sieht sie ihr kleines Häuschen und kracht auch schon durch die morsche Decke des Klohäuschens. Sie versinkt bis zu den Schultern in der stinkenden Brühe, den Besen immer noch zwischen dem Hintern. „Nebelbank, du Ausgeburt aller Katerhöllen, hol’ mich hier raus!“
Der Kater eilt herbei und zieht seine triefende Herrin mit den Krallen aus dem Klo. Er wagt es nicht, eine Miene zu verziehen, auch wenn seine feine Katernase doch sehr unter dem fürchterlichen Gestank leidet. Gisela holt den Besen aus der Brühe und verbrennt ihn im Ofen. Ihre stinkenden Kleider stopft sie auch gleich hinein und schleppt viele Eimer Wasser, um sich in ihrem hölzernen Zuber ein Bad zu bereiten. Pulver, Salben und getrocknete Kräuter wirft sie ins Badewasser, es knistert und sprudelt, und sie badet lange, um den Gestank loszuwerden. Dann legt sie sich mit heißen Steinen und einem wärmenden Siebenkrauttee ins Bett. „Weißt du, mein guter Kater, eigentlich mag ich gar keinen Nebel, und fliegen tue ich auch nicht gerne.“

Aber, unter uns, psst, sagts nicht weiter! Giselas gute Vorsätze halten nicht lange an. Ihr werdet es ja sehen, wenn ich euch berichte, was sie sonst noch alles so anstellte.

… wie die Geschichte weitergeht, erfährst du in dem eBook
»»» bei Amazon downloaden
Claudia Duhonj-Gabersek: Die Nebelhexe Gisela

***
Noch mehr Kindergeschichten online lesen***


Antonia Stahn: Max und Mäxchen

19. Februar 2010

Max und Mäxchen und Canor – der einsame Kuckuck
© Antonia Stahn

„So, Mäxchen, du darfst dir noch ein wenig Benjamin Blümchen anhören – bis Papa kommt.“ Sorgfältig deckt Mama ihren kleinen Jungen zu.
„Bitte die Füße extra einmollen, Mama, sie sind heute sooo kalt.“ Einmollen ist Mäxchens Spezialausdruck für Gemütlichkeit.
Mama lächelt und stopft die Decke fest um den kleinen Körper des Jungen. „Gute Nacht, mein Schatz, träum was Schönes.“
„Nacht, Mama, bis morgen.“
Mäxchen kuschelt sich in die Kissen. Ein wenig hört er Benjamin Blümchen zu. Aber eigentlich wartet er nur auf Papa. Er muss ihn etwas Wichtiges fragen.
Eine Weile später klopft es an der Tür. „Wohnt hier der kleine Max?“, fragt eine tiefe Stimme. „Darf man eintreten?“
Mäxchen klettert aus seiner Gemütlichkeit. Er reißt die Tür auf und springt mit einem Satz auf Papas Arm. „Da bist du ja endlich, Papa! Wo warst du heute nur so lange – und erzählst du mir eine Geschichte?“
„Immer mit der Ruhe“, unterbricht Papa. „Zuerst einmal brauche ich unbedingt einen dicken Begrüßungskuss. Der Lkw war kaputt. Die Reparatur hat sehr lange gedauert, mein Junge. Aber das ist jetzt nicht mehr wichtig. Ich bin froh, wieder hier bei dir und Mama zu sein.“
Schnell klettert der Vierjährige wieder in sein Bett und richtet sich nochmals gemütlich ein.
„Du, Papa, ich muss dich etwas Wichtiges fragen. Oma hat gesagt, dass der Kuckuck in diesem Jahr noch nicht gerufen hat. Sie sagt, das ist kein gutes Zeichen. Gutes Zeichen für was? Und warum ruft der Kuckuck eigentlich?“
„Oh, das ist aber ein Zufall! Ausgerechnet heute habe ich in meinem Merkbuch eine Geschichte über einen Kuckuck gefunden. Vielleicht steht die Antwort auf deine Frage in diesem Buch. Möchtest du die Geschichte hören, Mäxchen?“
Mäxchen nickt und kuschelt sich tiefer in seine Kissen.
Das Merkbuch ist gerade mal so groß wie ein Taschenkalender. Trotzdem liest Papa immer wieder neue Geschichten daraus vor. Der kleine Max hat längst aufgehört, sich darüber zu wundern.
Papa setzt die Brille auf und erzählt.

Die Geschichte beginnt irgendwo in einem fernen, fernen Land. Dort lebte einmal ein wunderschöner, schlanker Kuckuck. Lange schon war er auf der Suche nach einer Frau. Er wollte gern eine Familie haben. Aber er war sehr schüchtern. Es gelang ihm einfach nicht, eine Kuckucksfrau anzusprechen – oder besser gesagt, sie mit seinen Rufen anzulocken.
Irgendwann hat der schüchterne Vogel gemerkt, dass er seinen Ruf verloren hatte. Da wurde er sehr, sehr traurig; und er suchte einen Vogelarzt nach dem anderen auf. Doch keiner konnte ihm helfen.
Eines Tages traf er die alte Elster Federleicht im Wald.
„Na, alter Freund, warum so traurig?“, krächzte sie.

wie die Geschichte weitergeht, erfährst du in der nächsten Folge

***

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit Zustimmung des Verlags.

Die Geschichte findet sich in dem Buch
Antonia Stahn: Max und Mäxchen
Antonia Stahn
Max und Mäxchen
Kindergeschichten für große und kleine Leser

Mit Illustrationen von Sibylle Rencker
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-9809336-7-4

***


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.