Manfred Schröder: Klein-Mary und der Riese Maclef

Klein-Mary und der Riese Maclef

© Manfred Schröder

Klein-Mary war in den Wald gegangen, um Beeren zu suchen. Doch bald kam sie vom Wege ab und wusste nicht mehr, wo sie sich befand. Doch sie hatte keine Angst. Klein-Mary war ein mutiges Mädchen. Und immer wieder fand sie Beeren, schöne große blaue Beeren, die sie besonders mochte. Mit der Zeit wurde es dunkler und sie überlegte nun doch, welchen Weg sie nehmen sollte, um wieder nach Hause zu kommen. Denn ihr kleiner Korb war voll mit von Beeren.

Da sah sie zwischen den Bäumen eine Hütte.

Klein-Mary ging auf sie zu und gewahrte einen Riesen, der auf der Bank saß, welche unter dem Fenster stand, und Kartoffeln schälte.

Klein-Mary blieb vor ihm stehen. „Was machst du da?“

Der Riese hob seinen Kopf. „Ich schäle Kartoffeln, wie du siehst. Und wer bist du?“

Sie lachte. „Ich bin Klein-Mary. Und wie heißt du?“

Der Riese legte seine Stirne in Falten. „Ich bin der Riese Maclef. Und du wärst gerade ein richtiger Happen für mich. Kartoffeln habe ich ja schon.“

Klein-Mary lachte wieder.

Maclefs Gesicht wurde drohender. „Lachst du über mich? Vorsichtig, denn ich bin ein gewaltiger Riese.“

Die Mundwinkel von Klein-Mary gingen von einem Ohr zum anderen. „Ach, Maclef, ich lache immer!“

Maclef brummte. „So, so. Lachst immer. Na, da an dir ja nicht viel Fleisch dran ist, werde ich mich wohl mit Rüben zufrieden geben müssen.“

Sein Blick fiel auf das Körbchen. „Was hast du denn da drin?“

„Hmm,“ sagte Klein Mary, und lachte wieder. „da sind Beeren drin. Möchtest du auch welche“?

Maclef erhob sich. „Warte hier. Ich gehe noch in den Garten und hole Rüben. Ja, Beeren mag ich immer.“

Klein-Mary setze sich neben einem Baum und schaute einem Eichhörnchen zu, welches flink von Ast zu Ast sprang. Sie lächelte. Während sie so da saß, fühlte sie, wie sie müde wurde. Ihr Köpfchen senkte sich und bald war sie eingeschlafen.

*

Alle waren sie aufgeregt, weil Klein-Mary verschwunden war. Papa und Mamma, Opa und Oma und alle Nachbarn gingen los, ein jeder mit einer Taschenlampe, um sie zu suchen. Doch Klein-Mary war nirgendwo zu finden.

Da kam jemand auf die Idee, zum Wald zu gehen. Und als sie zum Waldesrand kamen – wen sahen sie da, friedlich schlafend neben einem Baum liegen? Klein-Mary.

Als die Mutter sie hochheben wollte, wurde Klein-Mary wach. Sie blickte sich suchend um.

„Wo ist Maclef?“, fragte sie.

Alle blickten sie erstaunt an.

„Wer ist Maclef?, fragte Oma.

„Das ist doch der Riese, der nur in den Garten gehen wollte um Rüben zu holen.“

Der Vater lachte. „Ach, Klein-Mary. Du bist hier eingeschlafen und hast geträumt.“

Klein-Mary schüttelte den Kopf. „Nein. Ich habe wirklich den Riesen getroffen …“

Die Mutter stieß den Vater an. Und dieser verstand.

„Aber natürlich. Komm. Zuhause kannst du uns mehr erzählen.“

Klein-Mary lächelte und nickte. Und am Abend, vor dem Zubettegehen, bei Eis und blauen Beeren, ja, da erzählte Klein-Mary alles, was sie mit dem Riesen Maclef erlebt hatte. Und es wurde eine lange, lange Geschichte.

*

Stichwörter:
Kurzgeschichte, Kindergeschichte, Märchen, Manfred Schröder, Riese, Mary

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